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Brachygobius doriae (Günther, 1868)
  Brachygobius doriae
 Familie: Gobiidae
 Wissenschaftlicher Name: Brachygobius doriae
 Deutscher Name: Goldringelgrundel
 Synonyme : Gobius doriae
Hypogymnogobius doriae
 Herkunft: Indonesien
Malaysia
Singapore
Brunei

Goldringelgrundeln gehören wohl zu den bekanntesten und umstrittensten Grundeln im Handel.
Die B. doriae sind eine der "größeren" Arten mit 3,5 cm. Viele andere Brachygobius, wie z.B. B xanthomelas oder B. sabanus, werden nur 2 cm groß.
Die heftigsten Diskussionen gibt es immer um die Frage: sind die Grundeln Brackwassergrundeln? Oder mit anderen Worten: müssen sie zwingend im Brackwasser gehalten werden?
Die Antwort darauf ist NEIN!
Brachygobius fühlen sich in sehr weichem Süßwasser ebenso wohl wie in Brackwasser. Sie laichen in Süßwasser, die Larven benötigen aber 2g/l Salz, um groß zu werden. Am besten geht es diesen kleinen U-Booten, wenn man sie in wechselndem Wasser hält. Also mal, in Süßwasser, mal in Brackwasser. Dann leben sie so richtig auf.

Ich finde diese klitzekleinen Grundelchen immer wieder faszinierend. Früher dachte ich immer, das sind gar keine richtigen Grundeln. Aber da habe ich mich sehr getäuscht. Sie sind sicherlich nicht so interaktiv mit dem Menschen vor der Scheibe, aber deshalb nicht weniger interessant.

doriae m balzfaerbung 3Ganz besonders witzig finde ich die immer wiederkehrenden Balzausbrüche sämtlicher Männchen gleichzeitig. Ganz plötzlich, ohne Vorwarnung, färben sich die Männchen in beinahe durchgehend golden, die schwarzen Streifen verblassen völlig und es wird wild im Becken herumpropellert, von Weibchen zu Weibchen. Jede wird mal kurz angeboxt: "Ey, Kleene, haste Bock?" und wenn die nicht reagiert, gehts weiter zur nächsten.
Ich habe langsam die leise Vermutung, daß die Mädels, wenn sie laichbereit sind, einen Duftstoff abgeben und die Jungs dann wild auf die Suche gehen, welche das nun war.
Und dann kann man auch plötzlich Interaktion unter den Männchen sehen. Da wird dann schonmal heftig eine Röhre verteidigt und die anderen vehement weggejagt.

Männchen:
Brachygobius doriae maleDie Männchen sind etwas kleiner (bis 3,5 cm) und sehr viel schlanker als die Weibchen.
Während der Balz verlieren sie ihre schwarzen Streifen und werden komplett goldfarben.
 Weibchen:
Brachygobius doriae femaleDie Weibchen werden bis zu 4 cm groß, gleichen kleinen U-Booten in ihrer Körperfülle und sind recht behäbig.
Beckeneinrichtung:  
 Wasserart:  Süßwasser bis leichtes Brackwasser
 Härtebereich:  weich bis hart
 pH:  neutral
 Temperatur:  24 - 28° C
 Leitwert:  180 bis 4000 µS
Beckengröße:  ab 40 cm Kantenlänge
Bodengrund Sand oder feiner Kies.
Boden mit flachen Steinplatten, höheren Steinen und kleineren Pflanzen strukturieren.
Mit Steinen und flachen Platten Höhlen bauen.
Sehr kleine Röhren (Ø 1 cm), hinten geschlossen.
Sauerstoffreiches Wasser.
Futter:
Bevorzugt Lebendfutter, nimmt aber auch Frost- und Trockenfutter.
Die Tiere müssen TÄGLICH zumindest mit Artemia gefüttert werden. Bei dieser Körpergröße reichen die Reserven nicht immer für mehrere Tage aus.
Vergesellschaftung:
Die Vergesellschaftung mit kleineren Kugelfischarten wie Tetraodon biocellatus klappt sehr gut. Auch  Omobranchus lassen sich mit den kleinen Zwergen vergesellschaften. Die Winzlinge bleiben meist unbehelligt, sogar von relativ bissigen Fischen. Vermutlich ist ihre Färbung ihr bester Schutz und signalisiert: ACHTUNG, ich bin giftig (sind sie nicht!)
Die Kleinen besitzen erstaunlichen Mut und verteidigen "kläffend" ihre Röhren. Damit haben sie tatsächlich schon größere Grundeln erfolgreich in die Flucht geschlagen.
Zucht:
Die Zucht ist relativ einfach.
Wenn man die Zwerge in wechselndem Wasser hält, fangen sie bei weichem Süßwasser ziemlich zuverlässig an zu laichen.
Bis zum Schlupf dauert es bei 26° C 8 Tage. Das Männchen bleibt in dieser Zeit bei dem Gelege und befächelt dieses.
Man sollte das Männchen möglichst bis zum Schluß unter dem Gelege lassen. Dann schlüpfen die stabilsten Larven. Wenn ich sehe, daß ein Männchen unter einem Gelege sitzt, schreibe ich mir das Entnahmedatum (Entdeckung + 7 Tage) auf. Dann entnehme ich die Röhre und setze diese in ein vorbereitetes 10Liter-Becken mit 2g/l Meersalz. Dann platziere ich einen Ausströmerstein vor der Röhre und lasse diesen kräftig sprundeln. Durch den Sog werden die Eier weiter belüftet.
Sobld ich die ersten Laven entdecke, drehe ich die Luftzufuhr herunter. Man kann dann durch leichtes Schütteln der Röhre dem Schlupf etwas nachhelfen.
brachygobius doriae tag22Die Kleinen können von Anfang an mit Pantoffeltierchen oder Brachionus gefüttert werden. Sie entwickeln sich sehr schnell und gehen bereits mit 16 Tagen zu Boden und fressen Artemia.
Sie sehen sehr schnell aus wie ihre Eltern, nur in winzigem Kleinformat. Ich war total begeistert von meiner ersten Aufzucht. Die machen einfach Spass... und auch, wenn mal 200 Stück dabei rauskommen, nehmen die nicht sehr viel Platz weg :-)

 

 

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