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Chlamydogobius eremius (Zietz, 1896)
  Brachygobius doriae
 Familie: Gobiidae
 Wissenschaftlicher Name: Chlamydogobius eremius
 Deutscher Name: Wüstengrundel
 Synonyme : Gobius eremius
 Herkunft: Australien

Diese Grundeln sind in ihrem natürlichen Habitat Überlebenskünstler. Sie leben sowohl in Flüssen wie auch in abgeschlossen Restwasserbeständen, in denen sich extreme Bedingungen einstellen können. Temperaturen von 5° C - 41° C, pH-Werte zwischen 6,5 und 11, Salinitäten bis zu 60 ppt sowie leichte Giftstoffansammlungen sind in ihrem natürlichen Lebensraum vorzufinden. All dies überleben diese Tiere.
Im Aquarium spiegelt sich diese Überlebensstrategie auch in ihrem Verhalten wieder. Sie sind sehr unbekümmert, unglaublich verfressen und sofort da, sobald sich etwas am Aquarium rührt. Jede Bewegung vor der Scheibe, jedes Öffnen des Deckels bedeutet für sie nur eins: FUTTER!
Es handelt sich auch hier um Gruppentiere, die mindestens zu 6 Tieren gehalten werden sollten.
Dieses Verhalten macht sie aber auch zu sehr leicht zu haltenden Tieren. Umsetzen in ein anderes Aquarium ist bei ihnen kein Problem: einfach die Hand ins Becken halten oder den Käscher reinstellen... und in ein paar Sekunden sitzen sie drin oder drauf und man kann sie einfach mitnehmen ;o)
Einen Wehrmutstropfen gibt es allerdings bei ihnen: Die Männchen können, je nach Hormonpegel, ausgesprochen territorial und aggressiv sein. Es empfiehlt sich, die Tiere bei einem privaten Züchter zu holen und diese dort eine Weile zu beobachten, falls möglich. Durch zu lang andauernde Inzucht degenerieren diese Grundeln stark und sind dann weder zur Haltung noch zur Zucht geeignet, weil sie sich gegenseitig umbringen.

Deswegen ist die Einrichtung ganz besonders wichtig, um auch den Weibchen Möglichkeiten zu schaffen, den laichbetreuenden Männchen weit genug ausweichen zu können.
Hat man einen guten Stamm erwischt, hat man viel Freude an diesen Clowns. Da sie so neugierig und zutraulich sind und wirklich den ganzen Tag hyperaktiv, hat man ständig etwas zu schauen und zu lachen.

Männchen:
Eremius maleDie Männchen werden bis zu 6 cm groß und haben wunderschön dunkelblau gefärbte Rücken- After- und Schwanzflossen. Ab der Brustflosse ist ihr Körper, je nach Stimmung, mehr oder weniger dunkel gefärbt. Auffällig ist bei den Männchen die "Weiße-Hai-Schnauze", wenn man sie im Profil betrachtet.
 Weibchen:
eremius femaleWeibchen sind werden ebenfalls 6 cm groß und sind einfarbig olivfarben bis grau. Ihrem Maul fehlt im Profil der Überbiss, deswegen haben sie ein eher mädchenhaftes Aussehen.
Beckeneinrichtung:  
 Wasserart:  Süßwasser bis leichtes Brackwasser
 Härtebereich:  weich bis hart
 pH:  neutral
 Temperatur:  18 - 30° C
 Leitwert:  200 bis 4000 µS
Beckengröße:  ab 50 cm Kantenlänge
Bodengrund Sand oder feiner Kies.
Boden mit flachen Steinplatten, höheren Steinen und kleineren Pflanzen strukturieren.
Mit Steinen und flachen Platten Höhlen bauen.
Mittelgroße, hinten geschlossen.
Sauerstoffreiches Wasser.
Futter:
Diese Grundeln fressen einfach alles, was in ihr Maul passt. Lebendfutter, Frostfutter, Flockenfutter, Algenaufwuchs, Detritus... es gibt nichts, was eine Chlamydogobius eremius nicht fressen würde. Das macht ihre Überlebensstrategie so erfolgreich.
Vergesellschaftung:
Eine Vergesellschaftung mit anderen, friedlichen Fischen ist durchaus möglich, solange ein brütendes Männchen genügend Platz um seine Röhre herum bekommt. Ansonsten würde err sehr in Streß geraten, um sein Territorium zu verteidigen.
Ausserhalb der Brut sind die Wüstengrundeln an anderen Fischen nicht interessiert.
Zucht:

Die Zucht gestaltet sich bei diesen Grundeln mehr als einfach. Man kann sich entscheiden, ob man reine Erhaltungszucht betreiben oder mehr Tiere züchten möchte, um sie weiter zu geben, denn diese Grundeln stellen ihrem Nachwuchs nicht nach. Es erstaunt mich immer wieder, daß sie, trotz ihrer Verfressenheit, ihre Jungtiere größtenteil am Leben lassen.
Will man reine Erhaltungszucht betreiben, genügt es, eine oder mehrere Welshöhlen ins Becken zu legen und den Tieren freien Lauf zu lassen. Sobald das erste Gelege geschlüpft ist, sollte man ab und zu einige Artemianauplien ins Becken geben, damit die Jungtiere etwas gehaltvolles zum Fressen bekommen. Ansonsten ernähren sich die Kleinen von Detritus, kleineren Daphnien (falls diese gefüttert werden) und allem, was sie sonst noch so am Beckenboden finden.
Bei externer Zucht sollte man das Gelege nach 6 Tagen entnehmen und in ein Aufzuchtbecken überführen. Eine Salzzugabe von 1g/l, einige Erlenzapfen und frisches Wasser verhindern eine Laichverpilzung. Temperatur liegt idealerweise bei 25° C.

Kampf mit dem TubifexDie Jungtiere schlüpfen nach ca. 10 Tagen. Sie haben dann zwar noch einen Dottersack, fressen aber sofort. Artemianauplien, Zyklops und Mikrowürmer sind für die ersten zwei Wochen das ideale Futter. Mit wachsen der Jungtiere darf auch das Futterangebot größer werden. Meine fraßen bereits ab der dritten Woche Tubifex, wenn sie auch bei den ersten Versuchen an Susi und Strolch erinnerten (die Spaghettiszene).

Es empfiehlt sich allerdings eine Fütterung mit angereicherten Artemia. Dies behebt einige der Inzuchtschäden bei den Tieren.

Bei guter Fütterung sind sie nach ca. 3-4 Monaten abgabebereit.

 

 

 

 

 

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