Beschreibung: |
Diese Grundeln sind nicht nur durch ihr Aussehen etwas besonderes. Auch ihr Verhalten ist aussergewöhnlich. Sie sind ausgesprochen zutraulich, kommen auch auf die Hand, wenn man ins Becken greift und sie müssen immer ihre "Nasen" in alles hereinstecken, was neu und ungewohnt ist.
Sie sind ständig auf Krawall gebürstet, die Weibchen ebenso wie die Männchen. Es wird ununterbrochen posiert, dominiert, mit aufgestellten Flossen angegeben und herumgezickt. Es ist ein sehr sehenswertes Schauspiel.
Da diese Grundeln äussert selten und obendrein sehr schwer züchtbar sind, sollte mit diesen Kleinoden sehr pfleglich umgegangen werden.
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Zucht: |
Die Zucht gestaltet sich ausgesprochen schwierig. Es beginnt damit, daß die Männchen, so mehr als eins im Becken ist, mehr miteinander als mit den Weibchen beschäftigt sind. Sie sind nicht in der Lage, sich ein Revier zu suchen und sich dann dort aufzuhalten, wie es bei anderen Rhinogobius der Fall ist. Ständig streifen sie durch das gesamte Becken, schauen, was die Konkurrenz macht, stören diese beim Höhlenbau, versuchen ihm die neu gebaute Höhle abzujagen und posen wie verrückt voreinander herum.
Die Weibchen sind äussert autoritär, wenn sie versuchen, ein Männchen darauf aufmerksam zu machen, daß sie laichbereit sind. Das Männchen wird heftig bedrängt, häufig sieht man die Weibchen auf den Männchen sitzen. Aber selbst dieses autoritäre Verhalten bringt die Männchen nicht häufig dazu, diesem Ansinnen nachzukommen. Ständig diese Migräne....
Wird dann eins der Weibchen doch mal erhört, verschwinden beide für ca. 5 Tage unter einem Stein, oder, wie bei mir bevorzugt, unter einem Tonblumentopfuntersetzer. Kommt es dann endlich zur Paarung, tritt das nächste Problem auf: die Gelege sind häufig nicht befruchtet. Es hat eine Weile gedauert, bis ich herausgefunden hatte, daß dies offenbar mit der Schadstoffanreicherung im Aquarium zusammen hängt. Mit häufigen, großzügigen Wasserwechseln kann man dem Abhilfe schaffen.
Die Gelege bestehen, je nach Alter des Weibchens, aus bis zu 60 Eiern. Diese brauchen bei 24° C ca. 10-13 Tage bis zum Schlupf. Hier kommt das nächste Problem. Die Eier werden häufig sehr unordentlich an den Laichstein gehängt oder sind verformt. Die Embryonen liegen häufiger als bei anderen Rhinogobius falsch herum in den Eiern, so daß sie nicht richtig schlüpfen können, weil der Druck des Kopfes fehlt. Hilft man den Embryonen dann nicht nach spätestens 13 Tagen aus der Eihülle, sterben sie darin ab.
Die Eier sind insgesamt sehr empfindlich. Es empfiehlt sich, das Wasser im Aufzuchtbecken mit 1g/l Salz aufzusalzen und einen Erlenzapfen / 10l ins Wasser zu geben. Dies verhindert, das während der Reifungszeit zu viele Eier absterben. Dennoch sind nach 10 - 12 Tagen meist von anfangs 60 Eiern nur noch 30 übrig.
Die Jungtiere schlüpfen mit einem riesigen Dottersack und sind zu Beginn völlig unbeweglich. Es dauert bis zu 6 Tage, bis sich der Dottersack soweit zurückgebildet hat, daß die Jungtiere sich bewegen können. Bis dahin sterben weitere Jungtiere ab, durch bakterielle Infektionen oder weil der Dottersack abreisst, was sehr häufig vorkommt. Mit Wasserwechseln muss man sehr vorsichtig sein, dennoch sollten sie häufig mit abgestandenem Wasser durchgeführt werden.
Ab dem 4. - 6. Tag werden Artemianauplien gefressen. Mit ca. 3 Wochen kann man Grindal zufüttern. Ab einer Größe von 1 cm werden auch weiße Mückenlarven und Tubifex angenommen.
Die Jungtiere wachsen ausgesprochen langsam. Mit ca. 3 Monaten erreichen sie eine Größe von 2,5 - 3 cm. Ab da ist das Geschlecht an der Ausfärbung zu erkennen.
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