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Brachygobius xanthomelas (Herre, 1937)
  Brachygobius doriae
 Familie: Gobiidae
 Wissenschaftlicher Name: Brachygobius xanthomelas
 Deutscher Name: Ozelot Goldringelgrundel
 Synonyme : Brachygobius kabiliensis
 Herkunft: Indonesien
Malaysia

Diese Zwerge sind anders, als ich es bisher bei ihren Verwandten erlebt habe. Sie werden nur 2 - 2,5 cm groß, sind aber im Gegensatz zu den anderen Arten alles andere als ruhig und zurückhaltend.

Was ich bisher beobachten konnte, hat bei mir häufig schallendes Gelächter hervor gerufen.

So hatte ich die Zwerge, in Ermangelung an Informationen zu ihren Wünschen bezüglich der Wasserparameter, zunächst bei den Sulawesigrundeln einquartiert, da diese Arten meist doch recht wärmeliebend sind.

Rein von den Parametern her schien ihnen das auch nicht zu widerstreben. Was die Mitbewohner anging, so sind die Glossogobius flavipinnis normalerweise nicht sehr zimperlich und mit 7 cm auch dreimal so groß wie diese Winzlinge hier. Auch verspeisen die durchaus gern mal einen anderen Fisch, wie z.B. Orizias.

Eins der Brachygobius-Männchen hatte sich eine Röhre auserkoren und eine der Glossogobius wohnte recht dicht daran, so dass die häufiger an der Röhre vorbei schwamm. Irgendwann hat es dem kleinen Jack-Russel-Terrier unter den Grundeln dann wohl endgültig gereicht! Er schiesst aus der Röhre heraus und auf die Glossogobius zu (ich schwöre, der hat gekläfft!)! Die arme Sulawesi-Grundel war völlig verstört und hat den Rückzug angetreten. Die hat dann bestimmt den anderen gesagt: "Geh da bloss nicht dran vorbei. Da wohnt der Bekloppte!", denn danach haben alle anderen auch einen ziemlichen Bogen um die Röhre gemacht.

Nach einiger Zeit habe ich die Brachygobius doch in ein anderes Becken gesetzt, in dem es nicht so warm ist. Dort sitzen sie nun mit den vietnamesischen Rhinogobius leavelli bei ca. 22° und wechselnden Leitwerten zusammen. Auch gegen den R. leavelli wissen die Herrschaften sich hervorragend durchzusetzen.

Und... seitdem wird dort gebalzt und gelaicht, was das Zeug hält.

Auch bei den B. sp. ozelot ist das typische Balzverhalten der Brachygobius zu beobachten. Die Männchen verlieren plötzlich ihre kompletten, schwarzen Streifen und Tupfen, werden ganz golden und flitzen wie verrückt durchs Becken. Boxen ein Weibchen an: "Ey, Kleene, haste Bock?" und wenn die nicht will, flitzen sie zur Nächsten, bis sie ein williges Mädchen gefunden haben. Die wird dann zielstrebig in die Röhre getrieben.

Es brüten tatsächlich mehrere Männchen in unmittelbarer Nähe zueinander, ohne sich an die Gurgel zu gehen.

Männchen:
Brachygobius spec. "ozelot" maleDie Männchen sind etwas kleiner (bis 2,5 cm) und sehr viel schlanker als die Weibchen.
Während der Balz verlieren sie ihre schwarzen Streifen und werden komplett goldfarben.
 Weibchen:
Brachygobius spec. "ozelot" femaleDie Weibchen werden bis zu 3 cm groß, gleichen kleinen U-Booten in ihrer Körperfülle und sind recht behäbig.
Beckeneinrichtung:  
 Wasserart:  Süßwasser bis leichtes Brackwasser
 Härtebereich:  weich bis hart
 pH:  neutral
 Temperatur:  22 - 28° C
 Leitwert:  180 bis 4000 µS
Beckengröße:  ab 40 cm Kantenlänge
Bodengrund Sand oder feiner Kies.
Boden mit flachen Steinplatten, höheren Steinen und kleineren Pflanzen strukturieren.
Mit Steinen und flachen Platten Höhlen bauen.
Sehr kleine Röhren (Ø 1 cm), hinten geschlossen.
Sauerstoffreiches Wasser.
Futter:
Bevorzugt Lebendfutter, nimmt aber auch Frost- und Trockenfutter.
Die Tiere müssen TÄGLICH zumindest mit Artemia gefüttert werden. Bei dieser Körpergröße reichen die Reserven nicht immer für mehrere Tage aus.
Vergesellschaftung:
Die Vergesellschaftung mit kleineren Kugelfischarten wie Tetraodon biocellatus klappt sehr gut. Auch  Omobranchus lassen sich mit den kleinen Zwergen vergesellschaften. Die Winzlinge bleiben meist unbehelligt, sogar von relativ bissigen Fischen. Vermutlich ist ihre Färbung ihr bester Schutz und signalisiert: ACHTUNG, ich bin giftig (sind sie nicht!)
Die Kleinen besitzen erstaunlichen Mut und verteidigen "kläffend" ihre Röhren. Damit haben sie tatsächlich schon größere Grundeln erfolgreich in die Flucht geschlagen.
Zucht:
Die Zucht ist relativ einfach.
Wenn man die Zwerge in wechselndem Wasser hält, fangen sie bei weichem Süßwasser ziemlich zuverlässig an zu laichen.
Bis zum Schlupf dauert es bei 26° C 8 Tage. Das Männchen bleibt in dieser Zeit bei dem Gelege und befächelt dieses.
Man sollte das Männchen möglichst bis zum Schluß unter dem Gelege lassen. Dann schlüpfen die stabilsten Larven. Wenn ich sehe, daß ein Männchen unter einem Gelege sitzt, schreibe ich mir das Entnahmedatum (Entdeckung + 7 Tage) auf. Dann entnehme ich die Röhre und setze diese in ein vorbereitetes 10Liter-Becken mit 2g/l Meersalz. Dann platziere ich einen Ausströmerstein vor der Röhre und lasse diesen kräftig sprundeln. Durch den Sog werden die Eier weiter belüftet.
Sobld ich die ersten Laven entdecke, drehe ich die Luftzufuhr herunter. Man kann dann durch leichtes Schütteln der Röhre dem Schlupf etwas nachhelfen.
brachygobius doriae tag22Die Kleinen können von Anfang an mit Pantoffeltierchen oder Brachionus gefüttert werden. Sie entwickeln sich sehr schnell und gehen bereits mit 16 Tagen zu Boden und fressen Artemia.
Sie sehen sehr schnell aus wie ihre Eltern, nur in winzigem Kleinformat. Ich war total begeistert von meiner ersten Aufzucht. Die machen einfach Spass... und auch, wenn mal 200 Stück dabei rauskommen, nehmen die nicht sehr viel Platz weg :-)

Anmerkung:

Wie sich bei der Nachzucht heraus gestellt hat, handelt es sich bei den B. spec. "ocelot" tatsächlich um eine Farbmorphe der Brachygobius xanthomelas. Die Nachkommen sind alle wieder normal gefärbt. Es liegt nahe, dass sich die Fleckung durch besondere Wassergegebenheiten entwickelt. Um diese nachzustellen, müsste man zunächst einmal wissen, wo die Tiere herkamen. Leider verraten die Fänger das meist nicht.

 

 

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