Rhinogobius giurinus 2. Nachzucht

 

05.07.2010
R. giurinus frisch geschlüpft Das Gelege stammt von einem meiner alten Weibchen (2 Jahre) mit einem Männchen, welches ich vor ein paar Wochen von einer Bekannten erhielt.

Die Balz war lang und das Mädel ließ sich lange nicht überreden. Dafür war das Gelege riesengroß und hatte eine Fläche von 10 x 4 cm. Entsprechend sind es ca. 6000 Larven.
Wie man auf dem Bild erkennen kann, ist ein kleiner Teil noch nicht ausgeschlüpft. Mir fällt immer wieder auf, daß die Larven in einem Zeitraum von ca. 3 Tagen schlüpfen. Ebenso lange dauert es, bis das Gelege komplett abgelegt wird.
In Anbetracht der Probleme, die ich mit den Süßwasserbrachionus habe, habe ich ein Experiment gewagt: Ich habe das Wasser im Aufzuchtbecken mit 2g/l aufgesalzen. Das war eher ein russisch Roulette, da die Larven im Brackwasser sofort absterben. Aber es gibt soweit keine Probleme und die Brachionus plicatilis bleiben bei dieser Konzentration erfreulicherweise am Leben. So habe ich die Möglichkeit, relativ große Futtermengen einzubringen, so daß die Larven von Beginn an im Futter stehen und nun eine normale Auslese stattfinden kann. Aus meinen vorhergehenden Beobachtungen weiß ich inzwischen, daß sich im Gelege sehr unterschiedlich vitale und ausgebildete Larven befinden. Einige haben Deformationen, andere fressen trotz Futterangebot einfach nicht. So sterben schon in den ersten Tagen sehr viele ab und bis zum 20. Tag versterben täglich weitere Larven, oft aus unersichtlichem Grund.

Leider musste ich das Gelege einen Tag früher herausnehmen als es reif gewesen wäre. Die Folge war, daß die Larven sofort geschlüpft sind und einen recht großen Dottersack haben. Es wird sich zeigen, ob dies Auswirkungen auf die Vitalität der Larven hat.
10.07.2010 (5. Tag)
giurinus-Larven 6. Tag Durch die extreme Fütterung der letzten Tage machen sich die Larven sehr gut. Es sind immer noch sehr, sehr viele. Bei den letzten Gelegen war um diese Zeit schon der größte Teil abgestorben.

Erstaunlich, daß auch fast alle fressen. Sie entwickeln sich zusehends.
11.07.2010 (6. Tag)
Rh. giurinus LArven 6. Tag Momentan gucke ich mich häufiger erschreckt um und frage mich, wohin ich die gesamte Bande verfrachten soll, wenn da wirklich so viele Larven durchkommen, wie es momentan den Anschein hat.

Auch hier zeigt sich, welchen Unterschied es macht, wenn sie vom ersten Tag an in ausreichender Menge gefüttert werden. Es werden gar nicht weniger.....
12.07.2010 (7. Tag)
R. giurinus Larven Es geht mit Riesenschritten vorwärts. Die Kleinen wirken so richtig kräftig und agil. So macht das Spaß.
18.07.2010 (13.Tag)
r. giurinus 10. Tag Zum zweiten Mal beobachte ich bei den Larven ein merkwürdiges Phänomen: Ab dem 10. Tag verlieren sehr viele von ihnen plötzlich den Appetit und sterben ab. Ich habe das Gefühl, als würden sie plötzlich anderes Futter benötigen und wenn sie das nicht bekommen, fressen sie eben gar nichts.

Einige hartgesottene fressen weiterhin Brachionus. Das sind dann die, die überleben. Im Moment mögen das noch ca. 30 Larven sein. Wenn diese dann die kritischen Tage (10. + 11. Tag) überstanden haben, ist alles wieder in Ordnung und sie fressen wie gewohnt. Versuche, ihnen Mikrowürmer oder kleine Nauplien anzubieten, sind allerdings nicht von Erfolg gekrönt. Sie sind aber auch immer noch sehr winzig, ca. 3 -4 mm lang.
20.07.2010 (15. Tag) Fotos sind nun wieder einmal gar nicht mehr möglich. Die Kleinen halten sich wieder vorzugsweise im ganz hinteren Teil des Beckens auf, wo ich sie wegen ihrer Winzigkeit mit der Kamera nicht mehr erfasst bekomme.

Es dürften vielleicht noch 15 - 20 Larven übrig sein. Das scheint so der normale Schnitt zu sein, der von einem kompletten Gelege übrig bleibt. Gestern schwammen noch einige absterbende Larven im Becken, die sehr auffällig abgemagert waren. Mitten im Futter verhungert. Die jetzt noch vorhandenen zeigen aber alle gut gefüllte Bäuche und fressen wieder ganz normal.

Es ist erstaunlich, was sich da abspielt.
23.07.2010 (18. Tag)
R. giurinus Larven  Tage alt In den letzten Tagen habe ich fast ausschliesslich Salzwasserbrachionus verfüttert, da ich diese in großer Menge absieben kann. Das macht sich bei den Zwergen deutlich bemerkbar. Ihre Bäuche sind dick gefüllt und sie entwickeln sich sichtbar besser als die ersten vorher.

Es sind tatsächlich noch ca. 30 Larven da, die auch zum größten Teil sehr gut stehen. Vereinzelte fressen nicht mehr. Ich habe bis heute keine Erklärung dafür, was diese plötzliche Nahrungsverweigerung auslöst, aber es kommt immer wieder vor.
R, giurinus Larve mit dicken Bauch Sieht doch schick aus mit sonem vollgefressenem Bauch, oder?

Die Winzlinge sind immer noch kleiner als 10 mm.....
25.07.2010 (20. Tag)
ganz schön große Klappe Die haben eine ganz schön große Klappe. Umso erstaunlicher, daß es so schwierig ist, ihnen Futter zukommen zu lassen.

Obwohl sie von der Größe her inzwischen durchaus dazu in der Lage wären, weigern sie sich immer noch standhaft, Mikrowürmer zu fressen. Allerdings habe ich in einen Brachionus-Ansatz einfach marine Copepoden reingeschmissen, die sich dort ebenfalls prächtig vermehren. Ich siebe diese mit den beiden kleinsten Artemiasieben aus, bevor ich die Brachionus mit dem 35µm-Sieb auffange. Die Copepoden, die im kleinsten Artemiasieb hängen bleiben, werden von den Larven ebenfalls gefressen. Immerhin....
giurinus_larven 20. Tag Hier ist das muntere Völkchen noch einmal etwas deutlicher zu sehen. Inzwischen verkrümeln sie sich auch nicht mehr nur nach hinten, sondern kommen aufmerksam nach vorn, wenn ich vor dem Becken stehe. Typisch Grundel... schon früh sehr lernfähig, wer das Futter bringt ;o)
30.07.2010 (25. Tag)
Rhinogobius giurinus Ganz plötzlich haben die Zwerge richtig zugelegt. Sie sind in den letzten paar Tagen um einige Millimeter gewachsen und viel kräftiger. Die größten von ihnen fressen bereits Artemianauplien. Aber das sind nur sehr wenige.

Immerhin nehmen inzwischen alle Mikrowürmer an, so daß ich nicht mehr so sehr auf Brachionus setzen muß. Das ist eine kleine Erleichterung.

Im Bild sieht man eine (zugegeben recht riesige) Daphnie. Das gibt eine kleine Vorstellung davon, wie klein die Larven immer noch sind.
01.08.2010 (27. Tag)
Irgendwie kommen mir ja Zweifel, ob das wirklich Nachkommen ihrer Eltern sind. Jedesmal, wenn ich mit der Kamera komme, verschwindet die Bande in den hintersten Teil des Beckens. Im Gegensatz zu ihren Eltern, die sofort in Position gehen, wenn die Kamera auf sie gerichtet ist.

Seit heute fressen alle Artemianauplien. Hurra! Man merkt es ihnen auch an, jetzt schiessen sie regelrecht in die Länge. Einige sitzen schon auf dem Boden, obwohl sie immer noch so unglaublich winzig sind. Aber es sind halt R. giurinus ;o)
06.08.2010 (32. Tag)
Etliche der Larven sind nun schon auf dem Boden angekommen. Es ist erstaunlich, was für eine Entwicklung die Kleinen machen, seit sie Artemianauplien fressen. Kaum ,daß sie die schafften, stürzten sie sich auch schon auf Grindal und gestern haben sie sogar ein paar kleine, rote Mückenlarven geschafft ;o)

Sie wachsen nun auch zusehends. Inzwischen kommen sie fast an die 20mm-Marke heran. Brachionus scheinen nicht sehr nahrhaft zu sein, wenn man sieht, welche Fortschritte die Kleinen machen, seit sie ordentliches Futter zu sich nehmen.
13.08.2010 (39. Tag)
Merkwürdigerweise gehen die restlichen Jungtiere immer noch nicht auf den Boden, obwohl etwa die Hälfte bereits ständig dort ist. Die Entwicklung ist sehr unterschiedlich.

Zwei der Zwerge sind so groß, daß sie deutlich aus der gesamten Gruppe hervorstechen. Die benehmen sich auch schon so, wie ich es von den R. giurinus gewohnt bin: neugierig, immer gleich vorn und gucken, was ich da mache. Die Schwimmer flüchten immer noch.

Fressen können sie inzwischen ales, was den großen auch angeboten wird. Da wird auch nicht vor der größten roten Mückenlarve halt gemacht.

 
28.08.2010 (54. Tag)
Meine kleinen Speckbacken entwickeln sich prächtig. Ich habe zwar den Verdacht, daß sich die Anzahl seit dem Umzug in das größere Becken reduziert hat, aber so ganz sicher bin ich nicht. Sie passen sich sehr an den Bodengrund an, so daß man keinen guten Überblick hat, wo sie sind. Einige treiben sich auch ständig hinter dem Filter herum.

Auch bei den R. giurinus gibt es einige Mickerlinge, die allerdings keine Fehlbildungen aufweisen. Ich werde sie bald in ein richtig großes Becken umsiedeln, dann haben die Winzlinge noch eine Chance, aufzuholen. Sie wachsen alle sehr langsam, sind jetzt gerade 2,5 cm groß. Aber ihr Verhalten kommt immer näher an das ihrer Eltern heran. Einige von ihnen schwimmen jetzt auch schon auf, wenn ich herein komme, um mit mir auf Augenhöhe zu sein. Das tun ihre Eltern auch immer ;o) Inzwischen sehen sie den R. leavelli auch nicht mehr so ähnlich, daß man sie nicht unterscheiden könnte.

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