3. Gelege Rhinogobius leavelli

 

In Anbetracht dessen, daß ich bei den letzten beiden Gelegen nicht die volle Anzahl der Larven herausbekommen habe, wollte ich nun noch einen dritten Versuch machen, um zu sehen, wie hoch die Überlebensrate bei einem sauber geschlüpften Gelege ist.

Leider bekomme ich auch hier wieder kein aussagekräftiges Ergebnis, da ich mit den Süßwasserbrachionus einige Probleme hatte und so über Tage hinweg nicht über ausreichende Futtermenge verfügte. So kann ich hier keine Aussage treffen, welche Larven auf Grund diverser Mängel bei der Entwicklung abgestorben sind und welche vielleicht durch Futtermangel.

Dennoch hat mir dieses Gelege einige neue Erkenntnisse gebracht.
Geschlüpft am 21.06.2010
29.06.2010 (6. Tag)
R. leavelli Larven in der Wolke Zunächst habe ich beim Experimentieren mit den Futtertieren eine interessante Beobachtung gemacht:
Um die Brachionus im Zuchtbecken zu mehr Bewegung zu bringen, gab ich einige Tropfen der Futterlösung für sie in das Aufzuchtbecken. Diese sinkt dann in einer relativ geschlossenen Wolke zu Boden. Ich war sehr erstaunt, als das Becken plötzlich im noch durchsichtigen Bereich von Larven leergefegt war. Diese befanden sich plötzlich alle in der Futterlösungswolke und man konnte zusehen, wie sich ihre Bäuche füllten.
Zunächst hatte ich die Vermutung, sie würden möglicherweise die größeren Partikel der Lösung fressen. Aber weitere Versuche, bei welchen ich die pure Lösung ins Becken gab, ohne Futtertiere, zeigte, daß dem nicht so war. Die Bäuche blieben leer. Erst, wenn ich nach einigen Minuten Futtertiere ins Wasser gab, füllten sich die Bäuche sehr schnell. Es scheint, sie sind darauf konditioniert, daß sich in solchen Wolken viel Futter ansammelt, was ja auch stimmt, die Brachionus bewegen sich auf solche Wolken zu und werden dort sehr aktiv. Dies habe ich mir für eine Weile zu Nutzen gemacht, indem ich immer vor der Fütterung einige Tropfen der Futterlösung ins Becken gab und dann die Futtertiere hinterher.

Das Bild zeigt eindrucksvoll, wie sehr sie sich in so einer Wolke den Bauch vollschlagen. Unter "normalen" Umständen tun sie sich weitaus schwerer, die Brachionus zu orten und auch zu schnappen. Die Larven sind auf diesem Bild 6 Tage alt. Ich beobachte oft im klaren Wasser, daß sie einfach an den Brachionus vorbeischwimmen und sie nicht wahrnehmen oder aber, daß sie nach ihnen schnappen und "vorbei treffen".
05.07.2010 (14.Tag)
R. leavelli 15. Tag Am 14. Tag habe ich, aus Sorge, daß beim nächsten Tiefdruckgebiet die Population der Süßwasserbrachionus wieder einbricht, das Wasser bei den Larven auf 2g/l aufgesalzen. Auch bei den R. leavelli hat dies zu keinerlei Problemen geführt. Sie zeigen keinerlei Auffälligkeiten.
Die leichte Salzzugabe ist notwendig, wenn ich mit Brachionus plicatilis füttern will, da diese Brachionusart in reinem Süßwasser innerhalb weniger Minuten abstirbt.
Die Verfütterung dieser Brachionusart hat mehrere Vorteile. Diese Art bewegt sich frei im Wasser, im Gegensatz zu Brachionus rubens, welche sich sofort am Boden oder den Seitenwänden festsetzt und so quasi aus dem Beuteschema der Larven verschwindet. Ausserdem lassen sich Brachionus plicatilis leicht kultivieren und sind so immer in ausreichender Menge vorhanden.

Das Bild zeigt die Larven am 15. Tag. Immer noch sterben täglich ein bis zwei Larven ab, die auch keinerlei Mageninhalt zeigen. Erstaunlich finde ich die Verzögerung im Vergleich zu den Larven, die von Beginn an kein passendes Futter bekommen. Diese sterben pünktlich am 10. Tag ab. Hier scheint ein Defekt bei den Larven vorzuliegen, der dazu führt, daß sie nicht in der Lage sind, ausreichend Nahrung aufzunehmen, so daß sie dann doch verhungern, dieser Prozeß sich aber in die Länge zieht.

Wie man sieht, stehen die meisten von ihnen aber gut im Futter. Einige wenige Larven zeigen Deformationen wie verkrümmte Schwänze u.ä. Auch diese werden in den nächsten Tagen noch absterben, wie ich inzwischen weiß. 
leavelli Larve mit Zyklop Ein weiteres Problem bilden die Cyklops , die mit den Süßwasserbrachionus ins Wasser geraten sind. Immer wieder sehe ich, wie sich eine Larve plötzlich zu einem Kreis biegt und wie wild um sich selbst dreht. Häufig sieht man dann, wenn sie wieder zum Stillstand kommt, einen Cyklop an ihr hängen. Diese kleinen Biester scheinen sich teilweise an den Larven zu vergreifen. Mir ist bisher noch nicht gelungen, festzustellen, ob sie den Larven ernsthaften Schaden zufügen können.

Das Bild zeigt so einen angehängten Cyklop. Leider ist das Foto nicht sonderlich scharf geworden, weil der Zwerg naturgemäß ziemlich aufgeregt war. Er ist mir dann auch aus dem Blickfeld geraten und ich konnte nicht mehr feststellen, ob er dieses kleine Untier wieder losgeworden ist.

Das Problem ist, daß man diese Cyklops auch kaum wieder aus dem Becken entfernen kann. Die Larven sind mit ihren gerade mal 6mm noch zu klein, um sie aus dem Becken zu käschern. Absaugen über ein Sieb würde sie schädigen und die Cyklops würden wieder mitkommen. Also abwarten.....
leavelli-Becken 19. Tag Gestern war ich Daphnien tümpeln und habe einen großen Eimer mit nach Hause gebracht. Diese Daphnien werden inzwischen in einer 300Liter-Regentonne gehalten, da sie sich darin durch die Tiefe der Tonne nicht gegenseitig so behindern, daß sie absterben. Auf diese Weise kann ich große Mengen holen und bin damit immer für eine ganze Woche versorgt.

Durch das warme Wetter haben sich die Brachionus im Teich unglaublich vermehrt. Ca. 1 Liter Daphnien mit Wasser durchgesiebt und das ganze Sieb ist orange von Brachionus. Das genügt dann, um die R. leavelli und die R. giurinus damit so abzufüttern, daß sich richtig dicke Bäuche bei den Larven zeigen.

Den Larven bekommt es gut, mehrmals täglich so vollgefüttert zu werden. Sie wachsen weitaus besser als die aus den ersten beiden Gelegen. Bleibt abzuwarten, ob sie sich auch besser entwickeln.
Orangeflossengrundel Larve 20 Tage alt Ich finde es sehr erstaunlich, welchen Unterschied es macht, ob die Larven gleich vom ersten Tag an ausreichend gefüttert werden. Obwohl ja ein paar Tage das Futter etwas knapp war, bemerkt man jetzt bei ihnen einen großen Unterschied zu den 1. und 2. Larven. Sie sind alle relativ gleich groß, es gibt keine hinfälligen Larven dazwischen und sie wirken unglaublich kräftig, munter und dynamisch ;o)

Ca. 40 dürften es sein.
12.07.2010 (21. Tag)
R. leavelli 3 21. Tag So langsam wird es schwierig, die kleinen Torpedos zu fotografieren. Kaum hat man scharf gestellt, sind sie schon wieder weg ;o)

Heute haben sie zum ersten Mal größeres Futter gefressen: frisch geschlüpfte Daphnien. Seit ein paar Tagen fressen sie auch schon Mikrowürmer. Man sieht es ihnen an, sie wirken nicht mehr so dürr. Entsprechend toben sie auch im Becken rum ;o)

In den letzten zwei Tagen habe ich eine Beobachtung gemacht, die mir nicht sonderlich gefällt: Seit die Zwerge auch größeres Futter bekommen, übernimmt sich ab und an mal einer von ihnen. Er schnappt nach einem Futtertier, welches ganz einfach zu groß ist. Dieses bleibt dann im Maul stecken und der Zwerg renkt sich den Kiefer aus. Man sieht sie dann mit der steckengebliebenen Daphnie kämpfen, sie schütteln sich und drehen sich im Kreis, bis sie das Ding aus dem Maul geschleudert haben. Allerdings dauert es dann etwas, bis der Kiefer wieder an seinen Platz geht. Und manchmal schaffen sie es dann gar nicht mehr...
Das Dumme ist, daß man das Futter nicht so sieben kann, daß so etwas nicht mehr passiert.
15.07.2010 (24. Tag)
erste Artemia Heute gab es die ersten Artemia zum Abendessen. Wie man sieht, hatten sie alle keinerlei Probleme damit und die Bäuche sind bis zum Platzen gefüllt.

Ab jetzt geht es dann wieder mit Riesenschritten vorwärts.
Leavelli-Jungtiere 29 Tage Gestern saß der Erste der Winzlinge auf dem Boden herum. Das habe ich bei den älteren auch beobachten können. Das geht ein paar Tage so. Ab und an sitzen sie auf dem Boden, jagen dort auch, dann schwimmen sie wieder auf. Noch ein paar Tage und auch diese Winzlinge werden zu richtigen Grundeln ;o)
23.07.2010 (32. Tag)
Inzwischen landen immer mehr der Winzlinge auf dem Boden. Mir fällt auf, daß sie ab diesem Moment extrem schreckhaft und scheu werden. Nicht wirklich verwunderlich, dann ich denke, auf dem Boden sind sie weitaus verwundbarer als während des freien Schwimmens.

Das kleine, eingerichtete Becken ist heute frei geworden, so daß die Zwerge, sobald alle auf dem Boden angekommen sind, dorthin umziehen werden.

Es sind doch noch ganz schön viele, wenn ich das richtig sehe. Ca. 30. Dazwischen sitzen allerdings auch noch ein paar R. giurinus. Ich bin gespannt, ab wann man die unterscheiden kann. Momentan gibt es keinen Unterschied.
R, leavelli Larven 18 Tage alt Gestern gab es zum ersten Mal Grindal zu fressen. Die Winzlinge sind genauso groß und teilweise kleiner als die Würmer, aber das hindert sie nicht daran, den Kampf mit den Ungeheuern aufzunehmen. Es sieht schon witzig aus, wenn sie das erste mal in so einen Wurm beissen und der sich natürlich wehrt. Sie lassen vor Schreck wieder los und flüchten erst mal. Aber im nächsten Moment stürzen sie sich todesmutig wieder auf das Ungetüm und verschlingen es ;o) Tapfere kleine Gesellen mit ihren gerade mal 10 - 15 mm ;o)
30.07.2010 (39. Tag)
Rhinogobius leavelli So langsam aber sicher kommen sie alle auf dem Boden an. Ein paar unverbesserliche schwimmen immer noch, aber von Tag zu Tag werden es mehr, die lieber bequem auf dem Boden jagen. Momentan zeigen sie noch keine solche Scheu wie ihre älteren Geschwister. Aber das kann ja noch kommen.

Inzwischen wird auch jedes Futter angenommen, was ins Maul passt und die dicken Bäuche füllt ;o) Mit Grindal wird gekämpft, bis der ganze Wurm im Bauch ist und manchmal von den etwas kleineren etwas misstrauisch... aber im Endeffekt treibt es der Hunger hinein ;o) Gezickt wird bis jetzt noch nicht.

In ein paar Tagen können sie umziehen in ein Heim mit Bodengrund und Steinen ;o)
01.08.2010 (41. Tag)
Heute haben mich diese kleinen (entschuldigung!) Kampfschweinchen doch ganz schön überrascht. Ich habe rein versuchsweise ein paar wenige rote und weiße Mückenlarven ins Becken geschmissen. Die roten Mückenlarven sind genauso groß wie die Zwerge selbst, aber das hält die nicht davon ab, die zu fressen *koppschüddel* Der Kampf dauert nicht mal allzu lang ;o)

Inzwischen sind alle am Boden angekommen und morgen ziehen sie um ins Kinderzimmer mit Sand und Pflanzen. Wird wohl nicht lange dauern, bis sie ein größeres Becken brauchen.
06.08.2010 (46. Tag)
Kinderzimmer Vorgestern sind die Zwerge in ein Becken mit Bodengrund und Pflanzen / Steinen umgezogen. Das nehmen sie mir heute noch übel ;o) Sobald ich ans Becken komme, verschwinden sie hinter dem Filter.

Allerdings habe ich bei ihren älteren Geschwistern wie auch bei den R. giurinus beobachten können, daß sie für eine Weile, sobald sie zu Boden gegangen sind, sehr scheu werden. Es scheint eine Unsicherheit zu geben, sobsld sie sich nicht mehr schwimmend fortbewegen können. Diese Phase dauert ca. 1 Woche und dann beginnen sie plötzlich, sich wie ganz normale Rhinogobius zu benehmen. Sie werden neugierig, zutraulich und müssen alles mitbekommen, was sich vor ihrem Becken abspielt.

Diese Jungtiere entwickeln sich meiner Meinung nach weitaus gleichmässiger und besser als die ersten. Es gibt offensichtlich einen großen Unterschied, wenn sie vom ersten Tag an ausreichend gefüttert werden.
13.08.2010 (53. Tag)
R. leavelli jüngere Larven Wie zu erwarten war, haben sich die Zwerge schnell in ihrer Scheu wieder beruhigt. Jetzt kommen sie auch an die Scheibe, genau wie ihre Eltern und ihre älteren Geschwister.

Erstaunlich finde ich, daß sie kaum kleiner sind als die älteren Jungtiere. Ich habe immer noch das Gefühl, daß sie sich besser entwickeln als die Jungen aus den ersten beiden Gelegen.
18.08.2010 (58. Tag) Hier habe ich die Zwerge mal gefilmt. Unglaublich, wie die sich bei ihrer Winzgröße von knapp 1,5 cm schon fetzen ;o)

Zum Vergleich die Großen mit 84 Tagen und knappen 3 cm. Freundlicher sind die allerdings auch nicht ;o)
28.08.2010 (68. Tag)
Die Kleinen entwickeln sich größtenteils recht gut. Allerdings scheinen einige (wenige) kleine Mißbildungen zu haben. Das Kleine in der Mitte hat einen verkrümmten ersten Flossenstrahl in der 1. Dorsale und ausserdem fehlt da ein Flossenstrahl. Sieht merkwürdig aus. Es gehört auch zu denen, die nicht recht wachsen. Das werde ich eine Weile beobachten müssen und dann unter Umständen die, die sich nicht richtig entwickeln, abtöten. Kein schöner Gedanke, aber ich weiß von meinen Coryzuchten, daß aus diesen Mickerlingen nie etwas wird und sie auch keine hohe Lebenserwartung haben. Dann lieber gleich eingreifen.

Erstaunlich, daß dies bei den älteren nicht aufgetreten ist.

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