Erstnachzucht Rhinogobius giurinus

 

Rhinogobius giurinus bei der Balz Dies ist mein dritter Versuch, die winzigen Larven der Rhinogobius giurinus aufzuziehen. In Anbetracht dessen, daß es mir nun bei den R. leavelli gelungen zu sein scheint, will ich mich nun noch einmal an diesen noch kleineren Larven versuchen.
Rhinogobius giurinus Gelege mit cm Die R. giurinus werden ca. 10 - 12 cm groß. Dennoch ist ihr Laich furchtbar klein. Wie man auf dem Foto links sieht, ist ein Ei gerade mal 0,5 mm im Durchmesser, die Länge beträgt ca. 1,5 - 2 mm. Das Gelege selbst hat einen Größe von ca. 18 cm², mit einer Dichte von ca. 180 Eiern (gezählt!) je cm². Was eine Eianzahl von etwa 3200 Eiern ergibt!

Man kann sich sicher vorstellen, daß bei eier solchen Zahl nicht alle Larven schlüpfen bzw. überleben. Das Ziel ist,zumindest eine moderateZahl von Larven großzuziehen.
Rhinogobius giurinus Gelege Die Larven schlüpfen, wie bei den R. leavelli, am 4. Tag. Ich habe das Gelege gestern entnommen. Es wurde in ein Schlupfbecken mit 12 Liter Inhalt überführt, Salzzugabe 1g/l, drei Erlenzapfen, Temperatur 23 - 25° C. Ein Sprudelstein wurde direkt vor dem Gelege platziert. Ich musste allerdings bei den R. leavelli feststellen, daß auch dies nicht unbedingt vor Verpilzung schützt. Frisches Wasser im Schlupfbecken ist unerlässlich, um eine Verpilzung zu verhindern.

Das Foto zeigt, daß es bereits einen Tag alt sein muß, denn man erkennt vereinzelt schon die Entwicklung von Köpfen. Nun harre ich erst einmal der Dinge, die da kommen.

Leider ist aus diesem Gelege gar nichts geschlüpft. Ich hatte es wohl zu früh aus dem Elterbecken genommen. Es ist völlig verpilzt, ohne das sich eine Larve entwickelt hat.
14.06.2010
Heute habe ich ein Gelege aus dem Elternbecken genommen, unter dem das Männchen bereits seit Samstag saß. Dabei habe ich wieder den 6. Sinn gehabt: Gelege aus dem Becken in das Aufzuchtbecken gestellt, ins Bad gegangen und Wasser geholt, um aufzufüllen. Als ich wieder in Zimmer kam, waren alle Larven geschlüpft! 
Rhinogobius giurinus Larven 1. Tag So sieht das aus, wenn plötzlich ungefähr 3000 Larven durchs Becken toben.

Die Larven waren bereits erstaunlich gut entwickelt und kräftig. Es lohnt sich also, das Gelege bis fast zum Schluß beim Vater zu lassen.

Auffällig war für mich, daß die Larven bereits fast alle waagerecht schwammen, im Gegensatz zu den vorherigen Gelegen, bei denen die Larven nach dem Schlupf kopfüber rauf- und runter trudelten.

Leider sind die Larven so klein, daß ich kaum erkennen kann, ob sie fressen. Ich versorge sie zur Zeit mit Brachionus rubens, parallel dazu auch mit Chilomonas paramecium und Euglena gracilis. Ein Blick auf eine Larve unter dem Mikroskop zeigt allerdings, daß die Larven sehr große Mäuler haben und die beiden letztgenannten Futterarten vermutlich viel zu klein für sie sind. Leider war unter dem Mikroskop auch kein Mageninhalt zu erkennen.

Man sieht allerdings deutlich, daß sie nach Fressbarem schnappen. Viele Larven sitzen bereits auf dem Boden und suchen dort nach Futter. Es wird sich innerhalb der nächsten Tage zeigen, ob sie auch etwas Verwertbares finden. Sobald ich mein 4fach Objektiv habe, lassen sich auch Bilder von den Larven unter dem Mikroskop herstellen.
17.06.2010 (3. Tag)
Rhinogobius giurinus Larven Tag 3 Grundsätzlich sehen die Kleinen sehr kräftig aus. Man sieht aber auch deutlich, daß sich die Anzahl bereits reduziert hat.

Es ist immer noch kein Mageninhalt erkennbar, was aber bei der Winzigkeit der Larven nicht weiter verwunderlich ist. Es ist auch ausgesprochen schwer, sie zu fotografieren. Sie halten nicht mal den Bruchteil einer Sekunde still. Ganz wie die Eltern (die allerdings für ein Foto gern mal in Position gehen *g*)
18.06.2010 (4. Tag)
Rhinogobius giurinus Larven Tag 4 Heureka! Die ersten gefüllten Bäuche sind zu sehen!

So wirklich dran geglaubt habe ich ja nicht, wenn ich ehrlich sein soll. Die Larven sind doch um einiges kleiner als die R. leavelli.

Allerdings war ich schon verblüfft über ihr großes Maul, als ich eine unter dem Mikroskop betrachtet habe. Und wenn ich ihnen so zusehe, wie sie ununterbrochen die Scheiben und den Boden "abweiden", wäre vielleicht doch etwas mehr Zuversicht angebracht.

Allerdings sind es noch nicht viele, die Bauch zeigen. Die meisten sind bereits nur noch ein Strich in der Landschaft. Nun bleibt abzuwarten, ob sich noch ein paar aufraffen ;o)
22.06.2010 (6. Tag)
Rhinogobius giurinus Larven 6. Tag Die R. giurinus scheinen sehr viel unkomplizierter bei der Fütterung zu sein als die R. leavelli. Dennoch fressen nicht alle Larven. Es ist so ein harter Kern, der sich bei jeder Fütterung vehement in das Brachionus-Getümmel schmeisst und in minutenschnelle den Bauch vollschlägt.

Auch sonst sind sie ganz anders als die R. leavelli. Nicht so ängstlich, dauernd irgendwo im Becken mehr allein als im Trupp unterwegs, ständig auf der Suche nach etwas fressbarem und offensichtlich sehr neugierig.
27.06.2010 (12. Tag)
Rhinogobius giurinus Larven 12. Tag Pünktlich am 8. Tag sind die meisten Larven gestorben, wie auch bei den Gelegen zuvor. Alle die, die bis dahin nicht ausreichend bis gar nicht gefressen hatten.

Leider gab es auch Einbrüche bei der Brachionusversorgung. Die Haltung und Vermehrung muß ich dringend optimieren, sofern möglich. Durch das dritte R. leavelli-Gelege brauche ich davon zur Zeit so viele, daß ich zu oft vor leeren Behältern stehe. Das ist bei solchen Futterspezialisten leider gar nicht gut, denn es gibt dann keine Alternative.

Die Larven, die jetzt noch vorhanden sind (ca. 20) stehen jedenfalls gut. Sie fressen (allerdings auch nicht bei einer Wassertemperatur unter 25° C.) und wachsen gut. Nun bleibt abzuwarten, wie sie sich weiter entwickeln.
06.07.2010 (22. Tag)
R. leavelli & giurinus Larven Nachdem sich das Dilemma mit den Süßwasserbrachionus über einige Tage hingezogen hat, waren von den Larven nur noch 9 übrig. Diese habe ich dann, um das Futter besser komprimieren zu können, zum 3. Schlupf der R. leavelli gesetzt.

Die Larven sind von den R. leavelli kaum bis gar nicht zu unterscheiden, obwohl sie 7 Tage älter sind. Da sie ja um einiges kleiner schlüpfen, brauchen sie natürlich auch etwas länger, um eine entsprechende Größe zu erreichen.

Inzwischen habe ich es geschafft, Salzwasserbrachionen verfüttern zu können, so daß ich nun Futter im wirklich ausreichenden Maße habe. Auch die R. leavelli-Larven haben unter dem Futtermangel gelitten und sind inzwischen stark dezimiert. Nun bin ich allerdings guten Mutes, daß der Rest gut groß wird.

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