Erstzucht Rhinogobius leavelli

 

Rhinogobius leavelli Männchen Obwohl Rhinogobius leavelli gar nicht so kleine Grundeln sind, ist ihr Laich furchtbar klein. Ein Gelege besteht aus ca. 500 - 700 Eiern mit einer Größe von max. 0,9mm Ø. Die Larven sind entsprechend klein und planktonisch. Das macht es ausgesprochen schwierig, das passende Futter für sie zu finden.

Das nächste Problem ergibt sich daraus, daß die Larven spezialisiert zu sein scheinen. Selbst wenn, wie im vorliegenden Fall, die Larven einmal beim Schlupf deutlich größer sind, ignorieren sie beharrlich angebotene Futtertiere wie Artemianauplien, Zyklopsnauplien oder Mikrowürmer, obwohl sie von der Größe her dazu in der Lage wären, diese zu fressen. Dies führt dazu, daß sie sehr schnell an Substanz verlieren, sobald ihre Dottersäcke aufgebraucht sind.

Erfahrungen anderer Halter sagen aus, daß spätestens am 10. Tag alle Larven absterben. Diese Erfahrung kann ich mit meinem ersten Gelege bestätigen. Obwohl die Larven sichtbar fraßen, starben sie am 10. Tag alle nacheinander ab.

Ich möchte nun hier meine weiteren Versuche dokumentieren, immer in der Hoffnung, irgendwann das richtige Futter zu finden und doch einmal einen Erfolg zu verbuchen.
Wenn ich sehe, daß eins meiner Männchen eine Höhle buddelt, behalte ich ihn im Auge. Sobald das Weibchen wieder aus der Höhle herauskommt, nehme ich eine Schüssel, tauche diese unter Wasser und lege den Stein mit dem Gelege in diese Schüssel. Diese wird dann im Aufzuchtbecken wieder eingetaucht und der Stein senkrecht gestellt. Diese Vorsichtsmaßnahme ist notwendig, da sonst evtl. Larven "aus dem Ei geschüttelt" werden und vorzeitig schlüpfen.
Das Wasser wird mit 1g/l aufgesalzen, es kommen 3 Erlenzapfen in das 12Liter-Becken, Temperatur ca. 25°. Vor dem Stein wird ein Sprudelstein platziert und mittelstark aufgedreht. So verpilzt das Gelege nicht. Die Larven schlüpfen nach vier Tagen.
1. Tag (26.05.2010)
Die Larven sind im Vergleich zum letzten Schlupf erstaunlich groß. Ca. 2,5 mm, die letzten waren nur ~2 mm.
Die Dottersäcke sind sehr klein, obwohl es bis zum Schlupf nicht länger gedauert hat als normal..
Beim Schlupf fiel mir auf, daß die Larven sehr schnell abstarben. Ein Schnelltest zeigte, daß sich 0,5 mg Nitrit im Wasser befand. DUMMERFEHLER!
Schnell den Eimer raus und 90% Wasser gewechselt.
Die nachfolgend schlüpfenden Larven blieben am Leben.

Ihr Verhalten ist wie üblich: schaukelnde, driftende Bewegungen, zwischendurch sinken sie zu Boden, bleiben eine Weile liegen und schwimmen dann wieder auf. Teilweise stehen sie auf dem Kopf.

Die Futtersuche beginnt wieder. Ich habe schon vor einigen Tagen einen Reis-Heu-Ansatz mit Teichwasser gemacht, in dem es ganz gut gewimmelt hat. Leider hält dieses Gewimmel nur einige Tage an und ich hatte noch nicht die richtige Methode gefunden, die Ciliaten auch am Leben zu erhalten. Also im Eimer mit Teichwasser nachschauen und daraus einen frischen Ansatz machen. Darin befinden sich Wimperntierchen und Goldalgen. Das geht relativ schnell. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, daß die Larven ihre Dottersäcke so schnell aufbrauchen.
2. Tag (27.05.2010)
Ich habe meinen Augen nicht wirklich getraut und ein Vergleichsfoto mit einer Artemianauplie gemacht. Die Larven wären eigentlich groß genug, um diese zu fressen. Aber sie ignorieren sowohl die Nauplien als auch die winzigen Mikrowürmer, die ich profilaktisch ins Becken getan habe.

Sie beginnen bereits, die Wände nach Futter abzutupfen. Das haben die letzten Larven auch immer getan. Unter dem Mikroskop zeigt sich, daß sich dort Wimperntierchen befinden. Leider haben die offenbar bei den letzten Larven nicht genügend Energie geliefert, so daß meine Suche nach Futter weitergeht.

Ich habe mir Planktonsiebe mit 15 µm und 5 µm bestellt und warte nun händeringend auf die Lieferung. Irgendwie behagt es mir nicht, daß Teichwasser ins Becken zu kippen. Ich mache mir dabei immer Sorgen um die Wasserhygiene.

Dennoch bleibt mir momentan nichts anderes übrig, als täglich mehrmals ca. 30 ml des Teichwassers ins Becken zu geben, um eine genügend hohe Anzahl von Wimperntierchen ins Wasser zu bekommen.
3. Tag (28.05.2010)
Man sieht schon wieder, wie sie abmagern und lethargischer werden. Sie sind zwar gewachsen, aber wie man auf dem Bild sieht, sehen sie nicht wirlich gut aus. Inzwischen sind es vielleicht noch 20. Das gefällt mir gar nicht.

Ich verbringe viel Zeit am Mikroskop, immer auf der Suche nach passendem Futter. Leider ist das Wetter so schlecht, daß ich nicht zum Teich fahren kann um dort noch einmal nach Brachionen zu suchen. Leider habe ich die letzten, die ich gefunden habe, nicht weiter kutiviert. Das rächt sich gerade.

Von Michael Taxacher bekam ich heute zwei Ansätze: Euglena gracilis und Chilomanas paramecium. ber das wird dauern, bis die sich zu einer verfütterbaren Zahl vermehrt haben.

Ich versuche, meine vorhandenen Ansätze mit Kondensmilchfütterung zu puschen. Füttere weiterhin fleissig mit Teichwasser.
4. Tag (29.05.2010)
Sie werden immer dünner. Obwohl man sie permanent fressen sieht. Ich vermute, daß entweder zu wenig Futter vorhanden ist oder aber, daß das vorhandene Futter nicht genügend Energie liefert.

Im Netz fand ich heute eine gute Idee, die ich gleich nachgebaut habe: Den Behälter mit dem Rädertieransatz über dem Becken platziert, einen 6mm Schlauch hinein, der bis knapp über den Boden reicht und mit einer Wäscheklammer befestigt. Den Schlauch nach unten über das Aufzuchtbecken geführt und ein Reduzierstück angebracht, angesaugt und den Hahn des Reduzierstücks so weit zugedreht, daß pro Minute ein Tropfen ins Becken fällt. So hängen die Larven jetzt am "Tropf" und parken auch gleich darunter und beginnen hektisch, an den Scheiben zu zupfen.

Endlich sind die Siebe angekommen. Dazu ein extra Futter für Ciliaten, welches ich gleich mal an den Ansätzen ausprobieren werde.

Um eine zu hohe Verschmutzung des Aufzuchtbeckens zu vermeiden, mache ich übrigens täglich mindestens 50% Wasserwechsel. Dazu stecke ich einen feinen Filterschwamm auf einen dünnen Schlauch, um das Einsaugen der Larven zu vermeiden und schwnke diesen beim Absaugen ständig hin und her. Das schlägt die Larven in die Flucht und vermeidet, daß welche im Eimer landen (nur für den Fall, daß sie doch nocht angesaugt werden).
5. Tag (30.05.2010)
Heute gabs eine Überraschung. Man kann doch tatsächlich sehen, daß die Zwerge was im Bauch haben. Sie sehen auch im Vergleich zu gestern nicht mehr so mager aus.

Ein Blick durchs Mikroskop gibt vielleicht Aufschluß? Ich füttere die Ciliaten seit Freitag mit diesem Spezialfutter (INVE Selco S. parkle). Das Ergebnis ist, daß sie unglaublich groß geworden sind, wie man auf diesem Video sehen kann. Möglicherweise sind die Wimperntierchen dadurch auch nahrhafter geworden?

Gestern bin ich noch zum See gefahren und habe Daphnien gekäschert. Den Bodensatz des Eimers habe ich heute untersucht und zu meiner Freude eine Menge Brachionus calyciflorus gefunden. Die habe ich gleich ausgesiebt und in einem neuen Ansatz untergebracht. Natürlich habe ich auch gleich eine große Portion zu den Zwergen geschüttet. Möglicherweise hat dies zusammen mit den heftig gewachsenen Wimperntierchen zu der Zunahme geführt.

Zumindest macht mir ihr jetziges Aussehen und ihre Vitalität neue Hoffnung, daß sie diesmal den 10. Tag überleben werden.
6. Tag (31.05.2010)
Es scheint zu funktionieren. Wie man auf dem Bild gut erkennen kann, haben die Larven jetzt zum großen Teil die Bäuche voll.
Ich habe heute morgen den Rest des Tümpeleimers gesiebt und eine große Portion Brachinus calyciflorus uns Becken gegeben. Man konnte den Unterschied deutlich sehen: nach Licht-an waren alle Bäuche leer, eine halbe Stunde nach der Fütterung bei dem größten Teil der Larven voll.

Bleibt abzuwarten, ob die Enrgie ausreicht. Zumindest sieht man, daß sie jetzt sichtbar wachsen und ihre Körperform sieht gesünder aus.

Im Nebenbecken schwimmen die nächsten Larven, jetzt 3 Tage alt. Die haben noch sehr große Dotterbäuche. Aber nun wird sich zeigen, ob die Fütterung reproduzierbar ist, denn diese sind "normal" groß und auch in ihrer Entwicklung eher normal. Mal sehen, ob die auch fressen.
7. - 11. Tag (01.06. - 04.06.2010)
Seit das richtige Futter gefunden ist, entwickeln sich die Larven beständig weiter. Heute, am 11. Tag, sieht man bei einigen schon deutlich, daß sich ihre Körperform verändert und sie langsam "Substanz" bekommen.

Ich füttere zur Zeit 3-4mal am Tag. Es zeigt sich, daß sie unbehandelte Brachione schneller fressen als gefütterte. Möglicherweise verändert die Fütterung den Geruch der Futtertiere und sie werden dann nicht mehr direkt als solche erkannt? Ich entnehme die Brachionen jetzt vorzugsweise meinem Daphnienkübel, in welchem sie ebenfalls in sehr großer Zahl vorhanden sind. Die separierten Brachionen müssen gefüttert werden, sonst sterben sie sehr schnell ab.

Ein wenig Sorge bleibt bei mir. Ich beobachte ihr Fressverhalten immer noch mit Argusaugen. Wenn sie nicht innerhalb einer halben Stunde nach Futtergabe einen gefüllten Bauch zeigen, setzt bei mir gleich die Sorge ein.

Die "Krise" ist bisher immer am 10. Tag eingetreten. Allerdings lag da wohl das Problem zu Grunde, daß die Larven bis zu diesem Tag keine ausreichende Nahrung erhalten hatten und die Reserven is dahin aufgezehrt waren. Da half auch nicht, daß vereinzelte doch mal nach einer Artemia-Nauplie schnappten. Ab einer gewissen Hungerzeit nimmt ein Körper ja keine Nahrung mehr an.

Nun kommt für mich die Zeit, zu beobachten, was ab jetzt geschieht. Bisher stand auch immer die Frage im Raum, ob sie am 10. Tag eine Wandlung durchmachen, die eine andere Energiezufuhr benötigt? Das wird sich jetzt hoffentlich (nicht) zeigen.
12. Tag (05.06.2010)
Heute hat mich die Bande aber extrem geärgert. Die 1. Fütterung blieb quasi unbeachtet. Also noch einmal nachgefüttert. Der Effekt blieb fast gleich. Bis auf ein paar unverbesserlich verfressene gingen die anderen nicht ans Futter.

Bis heute mittag blieb das auch so. Ich befürchtete, daß genau der Fall eintrat, daß sie ab jetzt anderes Futter brauchen...

Also Artemianauplien und Mikrowürmer ins Wasser. Nichts! Noch einmal aus dem Daphnienbottich gesiebt, diesmal mit den beiden feinsten Artemiasieben + 15µm-Sieb: im feinsten Artemiasieb blieben Cyklopsnauplien hängen. Die habe ich mit ins Becken gegeben. ENDLICH sah man wieder gefüllte Bäuche. Das Becken sieht fürchterlich aus!

Fazit: ab sofort genügen offenbar Brachionen nicht mehr. Die Herrschaften brauchen handfesteres. Ich hoffe bloß, daß sie bald auch Artemia und Mikrowürmer fressen....
13. - 14. Tag (06. - 07.06.2010)
Rhinogobius laevelli Larve Inzwischen entwickelt sich die Versorgung der Zwerge einigermaßen zur Routine. Morgens, wenn ich ins Zimmer komme, stehen die älteren tatsächlich schon vorn an der Scheibe und warten auf Frühstück ;o) Es macht Spaß, ihnen beim Wachsen und der Entwicklung zuzusehen.

Wie man auf dem Bild sieht, sind sie recht gute Jäger ;o) Ausserdem lässt sich langsam erahnen, was aus ihnen werden will.

Die 4 Tage jüngeren, die heute den kritischen 10. Tag erreicht haben, stehen größtenteils gut. Ein paar wenige (bisher 2) zeigen Ausfallerscheinungen. Aber ich denke, das ist bei der Menge der Larven zu erwarten.

Die Großen nehmen ganz langsam Form an. Ich bin gespannt, wann sie sich zu kleinen Grundeln entwickeln und zu Boden gehen.
23. Tag (17.06.2010)
Rhinogobius leavelli Larve Wie man sieht, tut sich momentan nicht viel bei den Zwergen. Sie fressen, wachsen und entwickeln sich langsam zu Grundeln. Den Bauch können sie isch jedenfalls schon genauso gut vollschlagen wie die großen ;o)

Ab und an sieht man nun auch schon, wie sie sich gegenseitig angiften, so wie es die großen auch immer tun.

Inzwischen sind sie ca. 2 cm groß und nicht mehr gar so durchsichtig. Leider fressen die ersten immer noch keine Mikrowürmer, während die 4 Tage jüngeren sich schon mit Begeisterung darauf stürzen. Woran das liegt, weiß ich nicht, ich vermute, weil die ersten Larven erst nach 4 Tagen das richtige Futter bekommen haben, während für die aus dem zweiten Gelege ja gleich vom ersten Tag Futter in ausreichender Menge da war. Hat vielleicht bei den älteren zu einer Entwicklungsverzögerung geführt?
25. Tag (19.06.2010)
Rhinogobius leavelli Larven Heute haben sie zum ersten Mal Artemia-Nauplien gefressen. Dann aber gleich in Massen, wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann ;o)

Die älteren Larven tun sich immer noch schwer. Die jüngeren sind irgendwie fitter. Mich macht das ein bisschen traurig, denn bei den älteren sind auch zwei dabei, die mit dem Wachstum nicht hinterher kommen. Ich befürchte wirklich, daß die durch den blöden Nitritunfall beim Schlupf mehr Schaden genommen haben, als ich dachte.
Ich werde wohl abwarten müssen, wie sie sich weiter entwickeln und dann, falls es nicht besser wird, eine Entscheidung treffen müssen, ob ich sie weiter groß ziehe.

Zumindest die Larven aus dem zweiten Gelege entwickeln sich ohne Probleme ;o)
32. Tag (27.06.2010)
Rhinogobius leavelli Larven auf dem Boden Seit zwei Tagen sitzen die Zwerge oft auf dem Boden herum und jagen dort auch. So langsam werden sie zu Grundeln.

Wie man sieht, schlagen sie sich die Bäuche fürchterlich mit Artemianauplien voll. Aber auch Daphniennauplien und Ähnliches fressen sie inzwischen. Sie sind jetzt knapp 2 cm groß.

Ich stelle fest, daß sie bei einer Wassertemperatur unter 25° schlecht fressen.
35. Tag (30.06.2010) Angekommen!
Endlich eine Grundel Jetzt sind sie endgültig im Grundeldasein angekommen ;o) Noch nicht alle, aber mehr als die Hälfte der Zwerge hat nun die Bauchflossen zu Saugnäpfen ausgebildet und verbringt einen großen Teil des Tages auf dem Boden.

Inzwischen entwickeln sie auch das typische Grundelzickengebaren und jagen sich gegenseitig weg, wenn irgendwo etwas interessant erscheint.

Jetzt freue ich mich darauf, daß sie sich ausfärben und etwas größer werden, damit ich sie nicht mehr dauernd durch eine Lupe anschauen muß.
41. Tag (06.07.2010)
Neues Heim Gestern habe ich zum ersten Mal "normales" Futter gefüttert, bestehend aus kleinen Daphnien und weißen Mückenlarven. Die Zwerge sind jetzt zwischen 2 und 2,5 cm groß. Da waren die Mückenlarven ungefähr genauso lang und ich dachte so: naja, das dürfte wohl noch nicht funktionieren.
Als ich allerdings mit meiner Fütterungsrunde durch war und ins Becken schaute, war keine einzige weiße Mückenlarve mehr zu sehen und auch die Daphnien waren fast alle verschwunden. Kleine Monster!

Heute habe ich ihnen dann zur Feier des Tages eine halbwegs vernünftige Beckeneinrichtung spendiert. Ich dachte mir, wenn sie schon Erwachsenenfutter fressen können, brauchen sie auch eine Erwachsenenbehausung ;o)
Momentan sehen sie R. duospilus-Nachwuchs unheimlich ähnlich.
45. Tag (10.07.2010)
Kletter-leavelli Inzwischen sind die Zwerge wirklich ganz Grundel. Heute morgen fand ich einen von ihnen im benachbarten Brackbecken. Er guckte ein bisschen sparsam, hat aber den Ausflug trotz des relativ hohen Salzgehaltes gut überstanden. Jetzt muß ich das Becken abdecken, bevor sie auf dem Boden landen.

Etwas Sorge macht mir der extreme Größenunterschied zwischen den Jungtieren. Zwei sind bereits 3 cm groß, während ein paar gerade erst die 2cm-Marke erreicht haben. Ich bin gespannt, ob sich das irgendwann auswächst.
50. Tag (15.07.2010)
aus Kindern werden Leute Bis gestern dachte ich jedesmal, wenn ich ans Becken kam: Das sind gar keine richtigen Grundeln..... Der Grund war, daß sie alle jedesmal die Flucht in den hinteren Teil des Beckens ergriffen, sobald sich was vor dem Becken bewegte.

Heute morgen stehe ich vor dem Nebenbecken, um die Larven zu begutachten und sehe aus dem Augenwinkel eine Bewegung... Schau zur Seite, da hängt die ganze Bande an der Scheibe und guckt mich an. Jetzt sind sie wohl doch noch zu echten Grundeln mutiert *g* Sobald ich ins Zimmer komme, stürmen sie nach vorn, teilweise hechten sie an die Scheibe und dann erfolgt die typische Grundelhaltung: Kopf in Schräglage und den Menschen vor dem Becken nicht mehr aus den Augen lassen.
Auch ihr Aussehen hat sich verändert. Sahen sie vor ein paar Tagen noch aus wie R.duospilus-Jungtiere, sehen sie jetzt eindeutig wie R.leavelli aus.
55. Tag (20.07.2010)
Leavelli Jungtiere 55 Tage So langsam muß ich die Zwerge umquartieren. Das 12Liter-Becken wird nun langsam zu klein für sie. Die erwachsenen Tiere zicken ja auch miteinander herum, allerdings tun die Kleinen dies noch im viel verschärfteren Maße. Da ist keine ruhige Sekunde mehr in dem Becken.

Ihre Entwicklung ist jetzt nicht mehr gar so rasant. Sie wachsen jetzt halt und färben sich langsam aus. Ende der Woche werde ich sie wohl in das 100cm- Becken setzen, damit sie sich besser verteilen und ausbreiten können. Erfahrungsgemäß geht dann auch das Wachstum besser von statten.
58. Tag (23.07.2010)
R. leavelli Jungtiere Jetzt kommt Farbe ins Spiel ;o)
Die Zwerge fangen an, sich richtig auszufärben, trotz des hellen Sandes.

Heute sind sie umgezogen in ein größeres Becken, damit sie ordentlich weiter wachsen können und die Schlägereien untereinander sich etwas besser verteilen. Mal heute abend schauen, wie ihnen das gefällt ;o)

Ich habe gestern einmal ein Lineal ans Becken gehalten, da meine Schätzungen der Größe doch immer etwas unglücklich ausfallen.

Das größte Zwerg ist jetzt knapp 3 cm groß, das kleinste gerade mal knapp 2 cm.
67. Tag (01.08.2010)
R. leavelli Kinderstube R. leavelli Kinderzimmer
erstes Outing Unglaublich, aber wahr: gerade knapp 3 cm groß und schon bekennt der Kleine hier Farbe.

Bei näherem Hinschauen entdecke ich auch bei den anderen schon einige blasse Farbtupfer in den Flossen. Jetzt hoffe ich mal, daß es nicht zu viele Männchen geworden sind.

Die Zwerge sind wirklich schon ganz wie ihre Eltern: bewegt sich etwas vor dem Aquarium, hechten sie an die Scheibe, damit sie nur ja nichts verpassen. Sogar Löcher werden schon gebuddelt. Eine süße Bande ;o)
13.08.2010 (79. Tag)
Die Entwicklung geht rasant vorwärts. Sie sind so richtige kleine Speckbacken geworden ;o) Im Verhalten sind sie bereits völlig wie erwachsene R. leavelli. Es wird gezickt, sich gegenseitig gescheucht, dann wieder auf einem Fleck zusammen gegluckt und grundsätzlich ist alles, was vor dem Becken vorgeht, wahnsinnig interessant ;o)

Sie wachsen gut. Laut den Erfahrungen eines anderen Halters, der einmal 5 Jungtiere durchbrachte, sind die seinigen damals recht schlecht gewachsen und haben nie die volle Größe der Elterntiere erreicht. Wenn die meinigen sich weiterhin so entwickeln wie bisher, mache ich mir darum weniger Sorgen. Aber das wird sich ja irgendwann herausstellen.

Ich habe allerdings auch bei meinen Wildfängen ein Männchen, welches gerade mal 2/3 der Größe der anderen Männchen hat. Glücklicherweise ist er nicht der Erzeuger der Zwerge hier. Warum er nicht wächst, darüber kann man nur spekulieren. Möglicherweise Unterdrückung durch die großen Männchen? Obwohl ich das eher bezweifle, denn als ich meine Truppe bekam, waren noch nicht alle ausgewachsen und auch nicht ausgefärbt. Inzwischen haben alle Farbe und die anderen Männchen sind alle gleich groß und kräftig, wenn auch nur einer regelmäßig Gelege betreut und der bunteste sich wenig für Weibchen interessiert.

Ich denke eher, wenn ich den Vergleich zu den jüngeren ziehe, daß wirklich ausschlaggebend ist, ob die Larven vom ersten Tag an ausreichend Futter bekommen. Bei den großen hier war es ja auch so, daß die ersten erst spät Futter bekamen, weil ich erst nach ein paar Tagen das richtige gefunden hatte. Die jüngeren Zwerge haben vom ersten Tag an ausreichend bekommen und die entwickeln sich auch weitaus schneller und besser als diese hier. Dennoch bin ich guter Dinge.

Inzwischen kann man auch abschätzen, wie das Geschlechterverhältnis ist und ich bin sehr erleichtert, daß Männchen/Weibchen sich offenbar die Waage hält.

grundeln

grundeln

grundeln

grundeln

grundeln

grundeln

grundeln

grundeln

grundeln

grundeln

grundeln
© by ferraqua
All rights reserved