Macrognathus maculatus Aufzucht

 

Stachelaal Larve Heute morgen habe ich in meinem (endlich aufgeräumten) 300Liter-Becken 4 Larven der Macrognathus maculatus entdeckt. Völlig unbemekrt haben sie irgendwo abgelaicht und mindestens vier Larven haben überlebt.
Die Kleinen müssen bereits ein paar Tage alt sein, denn sie sind schon ca. 20 mm lang und haben keinen Dottersack mehr. Faszinierend, wie sie sich bewegen. Schon fast wie die Alten, obwohl sie noch gar nicht so viel Ähnlichkeit mit dem haben, was sie einmal werden wollen.

Drei der Larven konnte ich einfangen und in ein Aufzuchtbecken setzen. Mikrowürmer und auch Brachionus werden angenommen. Artemia habe ich erst heute nachmittag fertig, dann werde ich mal sehen, ob sie diese auch annehmen.

Sie sind sehr lichtscheu. Ich warte ab, ob sie sich nach einer Eingewöhnungszeit mal weiter vorn zeigen. Momentan komme ich mit dem Fotoapparat leider nicht richtig an sie heran.

Ich freue mich unbändig über diese Nachzuchten, denn wie man so hört und liest, ist dies keine Selbstverständlichkeit. Aber da meine drei Großen seit Monaten unheimlich liebevoll miteinander umgehen und ständig umeinander glucken, war das ja irgendwie zu erwarten. Eine schön Überraschung!
16.06.2010 Heute Morgen habe ich noch 6 Larven aus dem Elternbecken gefischt. Mindestens einer ist mir noch entkommen.

In das Aufzuchtbecken habe ich etwas Sand eingebracht, einen großen Stein und ein paar kleinere Pflanzen (auch Schwimmpflanzen). Man merkt der Larven an, daß ihnen ein AQ ohne jegliche Deckung völliges Unbehagen bereitet. Jetzt warte ich ab, bis sie sich akklimatisiert haben. Das kann bei Stachelaalen etwas dauern.... Deswegen gibt es auch noch kein neues Foto.
Mastacembelus maculatus Larve Nun hab ich das Zwerg im großen Becken doch noch einmal vor die Linse bekommen. Dort schwimmen die Larven viel mehr herum und verstecken sich nicht so wie im Aufzuchtbecken. Ich vermute aber, das liegt eher am Umsetzen selbst. Stachelaale sind ja sensible Seelchen. Warum sollen die Larven da anders sein? *g*
Artemiabauch Stachelaal Larve Langsam erholen sich die Kleinen vom Schock des Umsetzens und zeigen sich im Aufzuchtbecken.

Wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann, haben sie sich erst mal die Bäuche mit Artemianauplien vollgeschlagen.
Maculatuslarve auf der Jagd Heute morgen habe ich noch zwei Larven aus dem großen Becken gefischt. Das war eine regelrechte Rettungsaktion, da mein Labidochromis yellow wohl inzwischen bemerkt hatte, daß die Larven in der Ecke immer "um die Ecke geflogen" kamen. Er stand dort und beobachtete genau die Stelle, wo sie von der Strömung in seine Richtung getrieben wurden und machte dann auch Jagd auf eines der Zwerge. Zum Glück ist er zu dick, um den Zwergen überall hin folgen zu können.
Futtersuche Stachelaallarve Die beiden Neuankämmlinge gingen dann erst einmal auf die Jagd. Man sieht, daß ihre Bäuche, im Gegensatz zu den Larven, die schon seit gestern im Aufzuchtbecken sitzen, nicht gut gefüllt sind. Da ich gerade erst Artemianauplien ins Becken gegeben hatte, kamen die Beiden sich vermutlich vor wie im Schlaraffenland ;o)

Faszinierend sind die Bewegungen der Kleinen. So, wie die großen, erinnern ihre Jagdbewegungen an Katzen. Sie lauern, fixieren einen Punkt auf dem Boden und stoßen dann, oft senkrecht aufgestellt, blitzschnell zu.

Was mir auffällt, wenn sie sich normal durchs Becken bewegen: man könnte sie leicht mit Planarien verwechseln....
18.07.2010
Nachdem ich nun gestern den Labidochromis yellow aus dem Becken genommen habe (der tobte nur noch hinter der Wurzel rum auf der Jagd nach den Larven), tauchten heute morgen noch mindestens 6 Larven im großen Becken auf. Zwei habe ich noch erwischt und rausgefangen, der Rest widersetzt sich erfolgreich ;o) Da nun keine wirklich gefährlichen Freßfeinde mehr im Becken sind, lasse ich sie zunächst einmal dort drin und füttere auch im großen Becken mit Artemia und Mikrowürmern. Die Kleinen bemerken das Futter wirklich sofort und stürzen sich drauf. Erstaunlich, diese Winzlinge.
20.07.2010
Maculatus-Larve Ganz leicht machen es einem die Winzlinge nicht. Das Becken ist wie ausgestorben, so daß mich manchmal die Sorge beschleicht, daß gar keins mehr von den Zwergen lebt.

Nach intensivem Suchen mit der Lupe wird man aber dann an der ein oder anderen Stelle doch fündig. Wenn ich mir die kleine Speckbacke auf dem Foto ansehe, wundert mich auch gerade nicht, daß die Winzlinge sich nicht sehen lassen. Die sind vollgefressen ;o) Es scheint ihnen aber doch sehr gut zu gehen.
21.07.2010
Maculatus neue Larven Heute Morgen habe ich weitere 14 Larven aus dem Elternbecken gefischt. Ich bin, gelinde ausgedrückt, erstaunt. Der Größenvergleich lässt vermuten, daß ein weiteres Gelege geschlüpft ist.

Die Larven auf dem Bild sind die, die ich heute morgen gefangen habe. Man sieht, daß 3 dabei sind, die bereits ein ganzes Stück größer sind als die anderen. 
größenvergleich nach 6 Tagen Hier kam eine der Larven hinzu, die ich bereits letzte Woche ins Aufzuchtbecken gesetzt habe. Es ist erstaunlich, was eine regelmäßige Fütterung für einen Unterschied im Wachstum ausmacht. Im Vergleich zu den größeren Larven auf dem oberen Bild ist sie deutlich größer.

Nun bin ich gespannt. Eine Larve schwamm nun noch im großen Becken, die sich den Fangversuchen erfolgreich entzogen hat. Jetzt warte ich einmal ab, ob in ein paar Tagen wieder kleinere auftauchen.

Ob es sich bei den Stachelaalen um so etwas Ähnliches wie Dauerlaicher handelt?
23.07.2010
maculatus Larven Größenvergleich Es ist erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit die Kleinen wachsen. Auf dem Bild sieht man eine der ersten und eine der zweiten Larven. Zwischen den beiden liegt eine Woche Altersunterschied.
Allerdings muß ich mich korrigieren (Frauen und ihr Augenmaß). Ich habe gestern einmal ein Lineal angelegt: die Kleineren sind 10 - 12 mm groß, die Großen 20 - 23 mm. Dennoch ist es erschreckend, wie schnell sie wachsen. Ich sorge gerade dafür, daß sie ein entsprechend großes Becken zum Aufwachsen bekommen, damit sich kein Kümmerwuchs einstellt.

Noch etwas finde ich sehr auffällig. In den ersten Tagen nach dem Umsetzen war das Becken wie ausgestorben. Inzwischen kann ich reinsehen, wann immer ich will, es sind immer einige Larven unterwegs. Das Verhalten der Großen, Veränderungen und Störungen sehr nachtragend zu nehmen und darauf sehr empfindlich zu reagieren, ist also tatsächlich ein angeborener Charakterzug. Jetzt reagieren sie auch nicht mehr auf den Fotoapparat oder das Blitzlicht. In den ersten Tagen waren sie nach dem ersten Blitz schlagartig verschwunden. Sie haben also auch gelernt, daß ihnen in diesem Becken keinerlei Gefahr droht.
Ich wurde gefragt, ob ich beobachten konnte, daß die Eltern dem Nachwuchs nachstellen. Bisher konnte ich so eine Beobachtung noch nicht machen. Im Gegenteil, flitzen die Zwerge im großen Becken völlig unbekümmert vor der Nase ihres Erzeugers herum, der diese dann zwar interessiert, aber eindeutig nicht auf ihre Fressbarkeit hin betrachtet. Nicht mal der Ansatz einer Körperspannung war bei ihm zu sehen.
maculatus Larven maculatus Larve 2maculatus Larve 3
Ist es nicht toll, wie schnell sie Ähnlichkeit mit ihren Eltern entwickeln? Ich bin gespannt, wann sich der Rüssel entwickelt.
25.07.2010
Es ist unglaublich, mit welcher Geschwindigkeit diese Zwerge wachsen. Jeden Tag, wenn ich ins Becken schaue, haben sie wieder ein sichtbares Stück zugelegt. Wie erholsam, nach den Winziglarven der Grundeln ;o)

Allerdings nicht erholsam genug. Gestern habe ich beim Wasserwechsel 5 Larven getötet, weil ich das Wasser mit zuviel Schwung aufgefüllt habe. Man, war ich wütend auf mich.

In meinem Schreck, plötzlich tote Larven an der Oberfläche schwimmen zu sehen, habe ich alles aus dem Becken gerupft, was eine freie Sicht verhindert. Ich habe auch die Pflanzen und Steine nicht wieder eingebracht, damit ich bei Bedarf freie Sicht auf die Zwerge habe. Ich dachte im ersten Moment, es seien irgendwelche Schadstoffe im Becken und sah im Geiste schon 31 Aallarven tot im Becken treiben....

Jetzt haben sie zum Verstecken einen Lochziegel. Aber sie bevorzugen eindeutig den Filterschwamm und jeden anderen dunklen Untergrund, wie die Silikonnähte. trotzdem fühle ich mich so etwas sicherer.....
30.07.2010
Macrognathus maculatus Macrognathus maculatusMacrognathus maculatus
Die Kleinen wachsen sehr unterschiedlich. Einige haben ihre Länge bereits verdreifacht und ich erschrecke mich jedesmal, wenn mir eins von den Riesenbabys vor die Augen kommt. Die anderen wachsen (für meine Begriffe) recht normal und sind inzwischen ca. doppelt so groß wie vor 2 bzw. einer Woche.

Sie sind glücklicherweise nicht halb so scheu wie ihre Eltern. Was ich erstaunlich finde: sie erschrecken vor Blitzlicht. Kaum ein anderer meiner Fische reagiert da überhaupt drauf.

Beim ganz linken Bild sieht man, daß das Rostrum langsam wächst. Ausserdem finde ich, die haben viel mehr Ähnlichkeit mit Eidechsen als mit Fischen (mitte). Der Zwerg ganz rechts scheint sich zu fragen, was dieses komische Wesen da vor dem Becken von ihm will ;o) 
01.08.2010
Hier sieht man ein wenig die unterschiedliche Entwicklung der Kleinen. Leider halten sich die großen Tiere immer im hintersten Teil des Beckens auf, so daß man sie nicht ordentlich scharf fotografiert bekommt. Aber man sieht deutlich, daß bei den größeren bereits das Rostrum wächst. Ein bisschen traurig bin ich deswegen schon, denn die Gesichter sind einfach knuffig (und diese Bäuche!) 
06.08.2010
alle auf einen Streich im neuen Heim
Heute sind die Kleinen in ein (viel) größeres Becken umgezogen (250 Liter, 100 x 50 x 50), damit sie ausreichend Platz für ihre Entwicklung haben. Ich war schon sehr erstaunt, wie unterschiedlich sie wachsen. Einige sind locker doppelt so groß als ihre kleineren Geschwister.

Ich habe das Becken vorerst nur zu 2/3 gefüllt. Das war wohl auch gut so, denn die ersten hatten sich schon ganz oben in einer Cabomba niedergelassen.

Das neue Zuhause wird mit Skepsis betrachtet, aber auch gründlich untersucht. Nun muß ich schauen, ob sie genügend Futter bekommen. Aber ich mache mir weniger Sorgen darum, denn im Elternbecken (300 Liter) sind sie auch umhergezogen und haben gründlich nach Futter gesucht. In Anbetracht dessen, daß sie doch schon recht dick sind, wird ihnen die Bewegung gut tun ;o)

Es hat übrigens keinen einzigen Ausfall gegeben, ausser denen, die ich selbst verursacht habe. Es sind jetzt noch 25 von ursprünglich 31 Jungtieren. 
07.08.2010 Manchmal bezahlt man wirklich übles Lehrgeld. Heute vormittag fand ich das erste tote Aalkind... nach näherem Hinsehen wurden daraus 3. Wasserwerte ok... und keine Ahnung, woran die drei gestorben sein könnten. Bis die Pumpe plötzlich nur noch tröpfelte (die ist neu!). In den HMF gegriffen, den Scheiberegler auf volle Leistung, kommt ein geknicktes Aalkind hervor *hmpf*. Des Rätsels Lösung: Eine Lücke in der Verklebung des Kabelkanals... und die Zwerge haben natürlich nichts besseres zu tun, als hinter der Filtermatte zu verschwinden und in die Pumpe zu geraten. Ich könnte mich ohrfeigen!

Nun sind es nur noch 21...
12.08.2010
300 Liter Stachelaalaquarium 250 Liter Stachelaal Aufzuchtbecken
 Das Elternbecken  Das Aufzuchtbecken
Macrognathus maculatus Larve 40 mm  Inzwischen habe ich völlig den Überblick verloren, wieviele Larven insgesamt vorhanden sind.

Am Montag habe ich aus dem Elternbecken die großen Welse herausgefangen. Die bekommen jetzt ein neues Zuhause. Damit sind nun im Elternbecken nur noch die drei Stachelaale und 15 C. schwartzi. Das wird in Zukunft vermutlich dfür sorgen, daß mehr Jungtiere aus einem Gelege durchkommen.

Danach habe ich das Becken umgestaltet. Ich hatte es komplett ausgeräumt und bei der Gelegenheit noch einmal 6 kleine Larven herausgefangen, die ca. 2 Wochen jünger sein müssen als die letzten.

Als ich mit der Umgestaltung fertig war, sah ich zunächst zwei kleinere Larven durchs Becken schwimmen. Dann plötzlich die große, die auf dem Bild zu sehen ist. Die dürfte zu den älteren gehören, die ich bereits herausgefangen habe.

Gestern mußte ich die Steinhaufen noch einmal korrigieren. Als ich einen Stin anhob, kam mir eine ganze Horde winziger Larven entgegen, gerade knapp vom Dottersack befreit ;o) Offenbar lassen sich meine Großen, obwohl sie momentan völlig verängstigt sind, nicht davon abhalten, weiter abzulaichen. So langsam bekomme ich den Eindruck, daß die Herrschaften nach dem ersten Ablaichen sich zu einer Art Dauerlaicher entwickeln. Dies deckt sich auch mit den Beobachtungen, die eine Halterin einer anderen Art macht: das erste Gelege ist recht groß, danach tauchen in Abständen immer weitere Larven auf.

Gut, die Larven entwickeln sich sehr unterschiedlich, wie mir ja bereits im kleinen Aufzuchtbecken aufgefallen ist. Das hatte ich dort allerdings auf die Enge geschoben. Wenn ich mir den Kleinen ansehe, der auf dem Foto zu sehen ist, scheinen sie aber auch im Elternbecken keinerlei Probleme zu haben. Der ist genauso gut gewachsen wie die Kleinen im Aufzuchtbecken. Leider bekomme ich im Aufzuchtbecken kaum noch einmal ein Jungtier zu Gesicht. Sie führen dort ein genauso verstecktes Leben wie ihre Eltern. Das wird sich aber bald wieder legen, wenn ich jetzt erst mal wieder Ruhe in den Becken einkehren lasse.

Ich habe beschlossen, die jetzt noch auftauchenden Kleinen nicht aus dem Elternbecken zu fangen. Ich konnte auch gestern wieder beobachten, daß die Eltern sich in keinster Weise für die Jungtiere als Futter interessieren. Füttern kann ich die Kleinen im großen Becken genauso wie im Aufzuchtbecken, wie man bei dem Zwerg auf dem Bild unschwer erkennen kann. Der hat den Bauch voller Grindal ;o) Mal schauen, wie sich das in den nächsten zwei Wochen entwickelt.
Nachtrag: Ich habe gestern Nachmittag eine handvoll Garnelen in die Aalbecken geschmissen. Lebend. Leider hatte ich keine Kamera zur Hand. Bei den Kleinen war der Jagdtrieb schlagartig geweckt. Einem der Zwerge landete eine Garnele quasi direkt vor der Nase und obwohl sie normalerweise immer etwas länger brauchen, um bei neuen Futterarten zu verstehen, daß man das fressen kann, hat der Zwerg keine Sekunde gezögert und schnappte zu. Leider war er zu langsam ;o) Aber ich bin sicher, das legt sich schnell.
18.08.2010 Hier ein Video von einem der Zwerge im Elternbecken. Das Kind ist unglaublich hartgesotten im Gegensatz zu seinen Eltern. Es lässt sich auch nicht durch böse, große Augen (Kameraobjektiv) beeindrucken und geht brav seiner Geschäftigkeit nach ;o)
25.08.2010
Heute morgen waren plötzlich wieder überall frische Larven im Becken unterwegs. Ich habe so um die 10 Stück gezählt. Genaueres werde ich wohl erst wissen, wenn die größer sind, denn sie kommen tatsächlich nur zweimal am Tag heraus, zur Fütterungszeit. Erstaunlich, daß die diese schon kennen.

Das Zwerg auf dem 2. Foto versucht, eine weiße Mückenlarve zu fressen. Allerdings ist die länger als es selbst und fast genauso dick, das klappte also nicht. Es hat bestimmt eine Viertelstunde damit gekämpft, immer wieder ausgespuckt und neu angefangten. Aber irgendwann hat es eingesehen, daß das nichts wird und ist dann lieber wieder auf Grindalsuche gegangen.

Glücklicherweise füttere ich momentan sowieso täglich zweimal Grindal und Artemianauplien, weil auch die schon größeren Larven noch deutlich mehr Futter brauchen und vom Erwachsenenfutter nicht unbedingt etwas abbekommen. Ich stelle fest, daß Stachelaale ausgesprochen kurzsichtig sein müssen. Ein größeres Kind sah in einiger Entfernung eine Artemia an sich vorbeischwimmen, war aber zu langsam, um die zu erwischen. Es drehte um und dann schwamm ein Artemiapaar direkt vor seine Schnauze. Die hat es aber gar nicht wahrgenommen und einfach weiterziehen lassen.

Die größeren Larven sehe ich auch eher selten. Zwei von ihnen im Elternbecken sind zwar ständig unterwegs, aber wenn die Eltern sich mal wieder streiten und sich quer durch sämtliche Steinhaufen jagen, bekomme ich mal einen Einblick, wieviele es tatsächlich sind, da sie dann alle fluchtartig die Steinhaufen verlassen ;o) 
Dieses hier ist das ganz hartgesottene vom Video. Es ist jetzt so um die 6 cm groß (die wachsen sooooo schnell!) Mir fällt auf, daß die Kleinen im Elternbecken sehr kräftig gefärbt sind, sich also nicht in der Färbung dem Boden anpassen. Ich vermute, daß sie dort weniger Angst haben, weil sie die Corys und ihre Eltern ständig um sich herum haben und 1. durch deren Anwesenheit vermittelt bekommen: "hier passiert Dir nichts" und 2. auch durch die Notwendigkeit, denen am Anfang auszuweichen, um nicht gefressen zu werden, mehr Sicherheit entwickeln. Ich überlege schon die ganze Zeit, ob ich nicht die aus dem Aufzuchtbecken doch wieder ind Elternbecken setze oder evtl. die Corys zu ihnen. 
28.08.2010
Heute habe ich mal ein paar seltenere Blicke auf die Zwerge im Aufzuchtbecken werfen können. Die lassen sich so wenig sehen, daß ich immer dann gerade keinen Fotoapparat zur Hand habe.

Hier sieht man, daß sie recht gesellig sind. Aber auch, daß sie sehr schlecht gefärbt sind. Ich finde das sehr schade, denn eigentlich sollten Nachzuchten nicht so scheu sein wie Wildfänge. Ich denke, ich werde doch die Corys zu ihnen setzen. Hätte ja auch den Vorteil, daß die nicht mehr die Gelege im Elternbecken plündern. 
29.08.2010
Kleiner Schnappschuß von heute morgen. Zwerg bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Moos abgrasen ;o)

Das Kind ist schon 6 cm groß!
31.10.2010
Heute Morgen war plötzlich Getümmel an der Scheibe. Ich habe recht spät gefüttert, da hatten die Zwerge wohl Hunger. Zumindest bekommt man dann mal zu sehen, wie viele da tatsächlich rumpaddeln ;o)

Gezählt habe ich 12. Das werden aber nicht alle sein, denn sie wohnen in dem Alter zum Teil in der Filtermatte und kommen auch nicht alle gleichzeitig heraus.
01.09.2010
So langsam komme ich mit dem Sortieren der Zwerge ins Schleudern.

Links im Bild sieht man die letzte Generation. Von denen sind im Moment richtig viele im Becken unterwegs. Sehr zutraulich sind sie, die Winzlinge, jetzt so ca. 10 mm groß. Ich schätze, ca. 2 Wochen alt.

Rechts im Bild sieht man einen Zwerg von ungefähr 2,5 cm Größe. Von denen sieht man nur vereinzelte. Die dürften ca. 4 Wochen alt sein.

Das Zwerg oben vom 29.08. ist etwa 6 cm groß. Davon sehe ich mindestens 4, wobei die meisten so scheu sind, daß sie tagsüber meist eingebuddelt oder unter Steinen verborgen sind. Nur dieses eine Kind auf dem Bild ist ständig unterwegs und absolut nicht scheu.

Dann tobte vorhin, bevor ich die Kamera zücken konnte, ein 8 cm großes Kind durchs Becken. Den Zwerg habe ich auch schon ein paarmal gesehen und der muß noch etwas älter sein als der vom 29.08. Das heisst, ich hab da schon gar nichts vom Nachwuchs mitbekommen.
Und dann ist da noch diese junge Dame, die mir seit einigen Tagen immer wieder auffällt. Sie hat eine ganz besondere Schwimmweise, sie schwebt immer in Cobrahaltung durchs Becken (so, wie sie da auf dem Foto auch steht).

Jedesmal, wenn sie unterwegs ist und ich ins Zimmer komme, macht sie eine Vollbremsung. Dabei bleibt sie dann auch in dieser Haltung mitten im Wasser stehen, was ich immer sehr faszinierend finde.

Was mich stutzig machte, war ihre Größe. Sie ist recht klein, die Tiere, die ich ursprünglich gekauft habe, sind zwischen 22 und 25 cm groß. Sie hat aber max. 17 cm. das fällt sehr auf. Es lässt eigentlich nur den Schluß zu, daß auch sie bereits ein Nachwuchskind ist. Sie müsste dann aber schon mindestens 1/2 bis 3/4 Jahr alt sein.... Auch ihre Zutraulichkeit lässt darauf schliessen. Meine Alttiere sind eher scheu und vorsichtig. Sie ist aber so freundlich und wartet sogar, bis ich die Kamera geholt habe und dann auch noch die Karte tausche und bleibt dabei völlig gelassen so stehen, wie sie steht *g* Die Alttiere erstarren, wenn ich ans Becken komme. Aber sobald ich vom Becken weggehe, huschen sie in die Versenkung.
07.09.2010
Da die Jungtiere im Aufzuchtbecken sehr ängstlich sind, im Gegensatz zu denen im Elternbecken, habe ich überlegt, woran das liegen könnte.
Ich vermute, daß die Zwerge im Elternbecken durch die Anwesenheit der C. schwartzi, die ja sehr gelassen sind, auch wenn ich ans Becken komme, diese als "Gefahrmesser" betrachten.

Deshalb habe ich beschlossen, die Rhinogobius leavelli Jungtiere ins Aalaufzuchtbecken zu setzen. Damit schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Rhinos brauchen mehr Platz zum Wachsen, und die Aale lernen vielleicht durch die Distanzlosigkeit der Rhinos, daß sie sich nicht fürchten müssen.

Das habe ich am Samstag umgesetzt. Die Rhinozwerge waren zunächst von der Fangaktion nicht so begeistert ;o) Aber die beruhigen sich ja immer schnell wieder, also tobten sie bereits 10 Minuten später in gewohnter Weise durchs Becken.

Die Aale verblüffen mich dann immer wieder. So nach und nach versammelten sie sich alle in dem Lochbackstein. Ich fühlte mich irgendwie in meine Kindheit zurück versetzt, wenn alle Frauen abends, Kissen unter den Ellbogen, im Fenster lagen und die Umgebung beobachteten *g* Die Aalzwerge saßen in dem Stein und guckten sich angelegentlich das Treiben da draussen an. Man hatte fast das Gefühl, in die Muppetshow geraten zu sein, wo die beiden Opas oben sitzen und das Treiben unten kommentieren. Da hätte ich gern bei den Zwergen in die Köpfe geguckt. Ihrem Verhalten nach waren sie eher erstaunt und leicht pikiert.... (Leider wollte meine Kamera nicht, deshalb habe ich keine Bilder davon).

Am nächsten Tag waren alle Aale verschwunden. Sie brauchen ja immer etwas, bis sie sich an eine neue Situation gewöhnt haben. Aber seit gestern bekomme ich regelmässig solche Situationen wie im Bild rechts zu sehen. Die Aalkinder bewegen sich lockerer durchs Becken und die Rhinos finden die Aale wahnsinnig interessant ;o) Immerhin kommt es zu keinerlei Übergriffen. Hatte ich aber auch nicht erwartet. 
Jetzt hoffe ich, daß die Aalkinder die gleiche Gelassenheit entwickeln wie ihre Geschwister im Elternbecken.
Hier noch ein paar Bilder von den Jüngsten. Die wohnen den Tag über in der Filtermatte ;o) Aber pünktlich zur Essenszeit kommen sie heraus und man sieht dann überall Köpfe aus der Matte ragen ;o)

Die entwickeln sich jetzt prächtig. Dadurch, daß nur noch die C. schwartzi in dem Becken sind, geschieht ihnen nicht mehr viel. Ich weiß nicht, ob ihre älteren Geschwister sie angehen würden. Ich bemühe mich, alle gut zu füttern ;o)

Am Donnerstag waren die Zwerge noch gerade noch einen Zentimeter groß. Jetzt haben sie schon beinahe 2.
Dieses Video zeigt hervorragend das Verhalten der Jungtiere. Wie aufmerksam und vorsichtig sie lernen, wie man sich bewegt und was man fressen kann. Der Faktor des Kindchenschemas kommt bei diesen Jungfischen unglaublich zum Tragen.
26.12.2010 Die Kleinen (insgesamt 77) sind inzwischen sehr gut herangewachsen und zwischen 8 und 12 cm groß. Der Anblick, wenn sie bei der Fütterung durchs Becken schleichen, ist einfach unvergleichlich und lässt sich mit der Kamera nur schwer einfangen.
Fazit:
  Bis heute ist es mir nicht gelungen, den Balz- oder Laichvorgang zu beobachten. Am Ende waren es in 2010 77 Jungtiere, die ich großgezogen habe. Einige sind während der Aufzucht gestorben, bevorzugt in dem Becken ohne Bodengrund. Es sah immer aus wie eine bakterielle Infektion, so daß ich irgendwann zu dem Schluß kam, die Jungtiere im Elternbecken aufzuziehen. 

Da es nicht so leicht ist, 30cm-Fische unter zu bringen, habe ich in 2011 Freßfeinde mit ins Becken gesetzt. Trotzdem habe ich auch jetzt wieder einige (ungezählte) Jungtiere in der Größe zwischen 8 und 15 cm im Becken. Die Kleinen haben eine fantastische Überlebensstrategie, indem sie immer sehr gemächlich durchs Becken schleichen und so ihre Fressfeinde gar nicht auf den Gedanken bringen, sie seien etwas Essbares :-)

Wie man Stachelaale zum Ablaichen bringt? Ich kann hier nur die Parameter wiedergeben: sehr weiches Wasser, GH 6, KH 4, pH um 7,5. Bei einer Temperatur unter 25° stellen die Aale jegliche Vermehrung ein, ab 28° geht die Post ab. Zusätzlich eine kräftige Fütterung mit Lebendfutter ist sicher ebenfalls ausschlaggebend.
Ich kann zumindest inzwischen klar widerlegen, daß sich Stachelaale im Aquarium nicht ohne Hormonbehandlung vermehren. Im Gegenteil, mit den passenden Parametern lässt sich die Vermehrung kaum verhindern :-)

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