Die Krebspest


Die Krebspest ist ein Eipilz, der ausschliesslich Flußkrebse befällt. Sie ist für alle Flußkrebse der Welt zu 100% tödlich, ausser für nordamerikanische Krebse (Procambarus, Cambarellus etc.).

Die Krebspest wird durch nordamerikanische Krebse übertragen, die dagegen immun sind. Die nordamerikanischen Krebse tragen den Erreger eingekapselt und setzen diesen nach der Häutung in Massen frei. Aber auch während der normalen Phasen werden die Sporen freigesetzt, nur nicht in so großem Ausmaß.

Die Sporen sind bis zu 16 Tagen überlebensfähig. Sie bewegen sich mit Hilfe von Geißeln durch das Wasser und werden über Rezeptoren von einem neuen Wirt angezogen. Trifft die Spore auf einen Wirt, dringt sie in dessen Weichteile ein und wirft die Geißel ab. Handelt es sich bei dem Wirt nicht um einen Flußkrebs, verlässt sie diesen wieder und geht auf erneute Suche. Diesen Vorgang kann sie bis zu 4mal wiederholen, bevor sie abstirbt.

Die Sporen werden durch jegliche Wasseranhaftungen von einem Gewässer auf das nächste übertragen. Wasseranhaftung bedeutet: nasse Hände, Gerätschaften wie Käscher, Scheibenreiniger, Angeln u.s.w. Ebenso tragen Wasservögel und auf dem Wasser landende Insekten die Sporen in das nächste, von ihnen angeflogene Gewässer.

Wird ein Gewässer infiziert und es befindet sich dort eine Population von einheimischen Krebsen, so sterben diese innerhalb von 2 Wochen zu 100%. Infizierte Tiere zeigen innerhalb weniger Tage erste Symptome. Sie beginnen, sich ständig zu kratzen, vorzugsweise an den Scherengelenken und den Augen. Sie sind apatisch, schaukeln mit den Gliedmaßen und verlieren jeglichen Fluchtreflex. Nach ein paar weiteren Tagen verlieren sie Scheren und Beine und nach ca. 2 Wochen bricht der Pilz an Scherengelenken und Augen durch und der Krebs stirbt.

Bei der Haltung von nordamerikanischen Flußkrebsen im Aquarium müssen daher einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um eine Ausbreitung zu vermeiden:

Das Wechselwasser darf niemals in die Regenwasserkanalisation eingeleitet werden, da dieses oft ungereinigt in das nächste Oberflächengewässer geleitet wird. Wechselwasser soll vorzugsweise im Garten auf Beeten und Rasen entsorgt werden, da beim Versickern die Sporen nicht bis ins Grundwasser dringen. Alternativ kann es auch in die Schmutzwasserkanalisation geleitet werden (Toilette, Waschbecken etc.), da es von dort in eine Kläranlage geht. Es iat zwar noch nicht erforscht, aber man geht davon aus, daß die Sporen auch dort nicht überleben.

Es muß bei einem Wasserwechsel sorgsam darauf geachtet werden, daß keine Jungtiere in die Kanalsisation geraten, da diese dort überleben und in das nächste Oberflächengewässer wandern könnte. Siehe Marmorkrebse.

Bei gleichzeitiger Haltung von Flußkrebsen anderer Kontinente (Cherax, Astacus etc.) muß auf strikte Trennung der Gerätschaften geachtet werden. Niemals von einem Becken ins andere greifen!

Will man ein ehemals von nordamerikanischen Krebsen besetztes Becken mit Cherax oder anderen Krebsen beseten, muß das Becken mindestens 3 Wochen ohne Krebse laufen. In dieser Zeit sterben die Sporen ab und danach besteht keine Gefahr mehr.

 

 

Symptome der Infektion bei nicht immunen Krebsen:

 

Zunächst wird der Krebs apatisch und hat keinen Fluchtreflex mehr. Er sitzt offen herum, bewegt sich kaum und reagiert nicht mehr auf Gefahrensituationen.

Er kratzt sich auffällig häufig, vor allem an Scherengelenken und Augen.

 

Dann fallen die Gliedmaßen ab. Er verliert die Scheren und Beine.

 

Zuletzt beginnt der "Pilz" aus Augen und Gelenken zu wachsen, es bildet sich ein weißer Flaum.

 

Das Tier stirbt in diesem Zustand sehr bald.

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