Sicyopus exallisquamulus

 

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Familie: Gobiidae

Wissenschaftlicher

Name:

Sicyopus exallisquamulus

(Watson & Kottelat, 2006)

Deutscher Name: Lippenstiftgrundel
Synonyme: n/a
Herkunft: Indonesien

 

Beschreibung: Diese schlanken, beweglichen Grundeln haben etwas von Eidechsen an sich, wenn sie sich durch das Becken bewegen. Sie krabbeln mit Vorliebe kopfunter eine Wurzel oder einen Stein hinunter. Ihr schlanker Körper ist dabei sehr beweglich und deswegen ergibt das fast den Anschein, als hätten sie Beine.

Sie sind sehr neugierig und wenig scheu. Auch sie müssen sich immer gleich die Nasen an der Scheibe plattdrücken, wenn ich vor dem Becken erscheine. Sie fressen aus der Hand und auch bei ihnen ist arbeiten im Becken ein Abenteuer, weil sie immer hautnah (im wahrsten Sinne des Wortes) dabei sein müssen.

Untereinander sind sie nicht sonderlich gesellig. Wobei ich allerdings den Eindruck hatte, als erst nur die beiden Männchen bei mir waren, daß ihnen zu wenige Artgenossen auch nicht behagen.

Man sollte darauf achten, daß das Becken immer gut abgedeckt ist! Sie finden die kleinste Ritze und mich hat dies zwei Weibchen gekostet. Haben sie sich erst einmal eingewöhnt, werden diese Fluchtversuche weniger. Aber ich würde es nicht darauf ankommen lassen.

Die Tiere werden übrigens immer wieder gern als "Algengrundeln" angeboten. Sie gehören aber nicht zu den algenfressenden Stiphodon, sondern zu den fleischfressenden Sicyopus. Der Unterschied ist ziemlich frappant, wenn auch nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennbar.

Genauer betrachtet unterscheiden sie sich aber im Körperbau und vor Allem im Maulstand sehr von den Stiphodon.
Geschlechterunterscheidung
Beschreibung Männchen Weibchen
Visuelle Unterschiede: Größe: 5,5 cm Größe: 5,5 cm
Männchen ab Ansatz der 2. Dorsale bis zur Schwanzwurzel, vor den Brustflossen und an den Lippen auffällig rot-orange gefärbt. Die Färbung der Lippen hat ihnen den Namen eingebracht.

Die Weibchen sind unauffällig silbergrau gefärbt.
Vorsicht: untergeordnete Männchen zeigen sehr blasse Färbungen und können leicht mit Weibchen verwechselt werden.
Sicyopus exallisquamulus Männchen Sicyopus exallisquamulus Weibchen
Haltungsbedingungen
Wasserart: Süßwasser
Härte: weich bis mittelhart
pH-Wert: neutral
Temperatur: 23° C - 25° C
Mindestbeckengröße für 1 Gruppe (mindestens 5 Tiere): 80 x 35 x 40
Beckeneinrichtung:

Bodengrund Sand oder feiner Kies.

Boden mit flachen Steinplatten, höheren Steinen und kleineren Pflanzen strukturieren.

Höher wachsende Pflanzen mit großen Blättern und Wurzeln zum Aufsitzen.

Sehr kräftige Strömung.

Sauerstoffreiches, sauberes Wasser.

Becken gut abdichten, die Tiere springen sehr!


Futter: Bei mir, wie alle Grundeln, Lebendfutter. Frostfutter ist vorstellbar, wird bei mir nur zögernd und ungern genommen, Flockenfutter gar nicht.
Sie sind gute, schnelle Jäger und auch immer sehr schnell bei der Futterquelle.
Vergesellschaftung:

Ich habe meine zunächst allein gehalten, 2 Pärchen. Dies hat zu starken Aggressionen untereinander geführt.
Später kamen dann 3 Pseudogobiopsis oligactis sowie 8 Schismatogobius ampluvinculus mit in das Becken. Seitdem herrscht dort sehr viel mehr Frieden. Das typische Grundelzicken ist noch vorhanden, aber nicht mehr so aggressiv, wie zu den Zeiten, als sie noch allein im Becken waren.

 

Inzwischen sind sie mit einigen Stiphodon percnopterygionus und Sicyopus zosterophorum in ein 100 cm Strömungsbecken umgezogen. Dort zeigen sie sich erstmals in ihrer gesamten Pracht und Beweglichkeit. Man merkt deutlich, daß sie aus strömungsreichen Gewässern kommen und dies sehr benötigen.

Sicherlich sind sie auch mit anderen, nicht zu kleinen Fischen zu vergesellschaften. Allerdings sollte man auch hier, wie bei allen Grundeln, beachten, daß sie nicht sooo kleine Mäuler haben, wie es äusserlich den Anschein hat. Eine Zwerggarnele passt da mit Sicherheit hinein.


Zucht: Bisher sind meine noch nicht wahrnehmbar zur Tat geschritten, ich muß allerdings auch gestehen, daß ich auf Grund der Aufzucht der Rh. leavelli bisher noch nicht aufmerksam nachgeschaut habe. Soweit mir bekannt, haben auch die Sicyopus sehr kleinen Laich und eine, bzw. zwei Winziggrundellarven reichen gleichzeitig wirklich aus.

Eins der Männchen wird allerdings regelmässig für einige Tage unsichtbar und das Loch im Bodengrund unter einem flachen Stein ist unübersehbar. So werde ich dann wohl, wenn ich mit den Rh. giurinus durch bin, mal mein Augenmerk auf meine hübschen Eidechsen lenken.

 

 

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