Rhinogobius giurinus

Rhinogobius giurinus Männchen
Familie: Gobiidae

Wissenschaftlicher

Name:

Rhinogobius giurinus

(Rutter, 1897)

Deutscher Name: unbekannt
Synonyme: Ctenegobius giurinus
Ctenogobius giurinus
Ctenogobius hadropterus
Gobius giurinus
Rhinogobius hadropterus
Herkunft: China
Japan
Korea
Vietnam
Taiwan

 

Beschreibung:

Leider werden die Tiere im Handel häufig als Rhinogobius sp. oder brunneus angeboten, so daß es oft zu Mißverständnissen kommt, welche Art man denn nun da hat. Dabei sind die Tiere nur unschwer zu verwechseln. Ihre typische Rückenflosse und das Bulldoggengesicht sind unverkennbar.

Man kann Wildfänge der R. giurinus nicht zu mehreren Männchen halten. Sie sind dermaßen territorial, daß sie sich, sobald sie die Geschlechtsreife erreicht haben, gegenseitig ununterbrochen an die Gurgel gehen.

Im Gegensatz dazu lassen sich die Nachzuchten hervorragend als Gruppe halten. Sie posen zwar ständig voreinander, greifen einander aber nicht an. Und selbst, wenn man dann ein adultes Wildfangmännchen dazu setzt, gibt es keine Probleme.

Als Paar oder Harem gehalten, entpuppen sie sich aber sehr schnell, trotz ihres grimmigen Aussehens, als ausgesprochen charmant. Alle meine R. giurinus-Männchen sind ausgesprochen neugierig und "anhänglich". Sobald ich vor dem Becken auftauche, schwimmen sie in die Mitte auf und versuchen, Augenkontakt zu halten. Dabei wird jede(r) verjagt, der ihm den Platz streitig machen will.

Vorsicht ist beim Umsetzen geboten. Die Herren mögen keinen Ortswechsel und quittieren diesen häufig damit, daß sie aus dem Becken springen. Dabei darf man ihre Kraft nicht unterschätzen. Bei mir hat eines der Männchen die Abdeckung beim Sprung abgehoben und ist aus dem Becken gesprungen. Als ich ihn fand, war das Becken wieder fest verschlossen.

Die Einrichtung sollte, wie bei den meisten bodengebundenen Grundeln, aus flachen und höheren Steinen bestehen, Wurzeln und Pflanzen mit größeren Schwimmblättern werden zum Aufsitzen benutzt, wenn auch weniger als bei anderen Grundelarten.

Als Unterschlupf werden Steinplatten bevorzugt, die etwas vom Boden abstehen. Zum Höhlenbuddeln sind diese Herrschaften etwas zu bequem.

Geschlechterunterscheidung
Beschreibung Männchen Weibchen
Visuelle Unterschiede: Größe: bis 10 cm Größe: bis 10 cm
Die Männchen haben eine lang ausgezogene, sehr bunte, rot und gelb quergestreifte Rückenflosse.

Bei den Weibchen ist die Rückenflosse kurz und mit feinen roten Streifen durchzogen.
Rhinogobius giurinus Männchen Rhinogobius giurinus Weibchen
Haltungsbedingungen
Wasserart: Süßwasser
Härte: weich bis hart
pH-Wert: neutral
Temperatur: 16° - 28° C
Mindestbeckengröße für 1 Paar: 60 x 30 x 30 cm
Beckeneinrichtung:

Bodengrund Sand oder feiner Kies.

Boden mit flachen Steinplatten, höheren Steinen und kleineren Pflanzen strukturieren

Mäßige Strömung.

Sauerstoffreiches Wasser.

Dichte und schwere Abdeckung, die Grundeln springen mit unheimlicher Kraft!

Futter: Die Tiere fressen vorzugsweise Lebendfutter. Zwischendurch angebotenes Frostfutter wird bei mir nur widerwillig angenommen, Trockenfutter überhaupt nicht.

Sie haben sehr große Mäuler, in welche viel hineinpasst. Die Vergesellschaftung mit Fischen unter 3 cm ist nicht empfehlenswert, ebenso sollte man keine Zwerggarnelen mit ihnen halten wollen.
Zwischendurch fressen meine sehr gern einmal kleinere Regenwürmer und Heimchen.
Vergesellschaftung: Eine Vergesellschaftung empfiehlt sich bei diesem Grundeln nicht unbedingt. Alle Beifische unter 3 cm stehen permanent unter Lebensgefahr, da diese Grundeln nicht nur unglaublich große Mäuler haben, sondern auch sehr geschickte Jäger sind.

Ich halte meine mit Rhinogobius candidianus, Corydoras aenaeus und einem Ancistrus zusammen. Bis auf gelegentliche Zusammenstöße der beiden Grundelarten (die unter Rhinogobius völlig normal sind) funktioniert das ganz gut. Aber für sensiblere Fische würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen.
Zucht: Die Zucht gestaltet sich schwierig. Es existiert ein Paper, welches unterschiedliche Varianten von R. giurinus am gleichen Standort beschreibt, welche unterschiedliche Laichgrößen produzieren.

Ich habe bisher leider immer die Variante mit ausgesprochen kleinem Laich erwischt.

Die Gelege bestehen aus ca. 3000 Eiern, die eine Größe von ca. 1 mm haben. Die Eier werden, wie bei den meisten bodengebundenen Grundeln, an die Decke unter einem flachen Stein geheftet.

Die Larven schlüpfen nach 3-4 Tagen und sind dann 1,7 - 2 mm winzig. Sie driften im Wasser umher. Nach einem Tag koordiniert sich ihre Schwimmweise und sie schwimmen gezielter, bleiben aber im freien Wasser schwebend. Sie wachsen in Süsswasser auf.

Die Ernährung gestaltet sich bisher als sehr schwierig . Versuche, Süßwasser-Rädertierchen in ausreichender Zahl zur Verfügung zu stellen, sind bei mir bisher gescheitert. Jedoch lassen sie sich trotz des Süßwassers mit Salzwasser-Rädertierchen gut ernähren.

Da diese Zucht schwierig ist, bedarf sie einer ausführlicheren Beschreibung, die ihr unter Zuchtberichte finden könnt.

 Und hier noch ein kleines Video, wie der Herr des Hauses die Honeymoonsuite vorbereitet :-)

 

 

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