Stiphodon percnopterygionus


 


Familie: Gobiidae / Sicydiinae
Wissenschaftlicher Name: Stiphodon percnopterygionus
Deutscher Name: goldene Neongrundel
(bitte im Falle von Stiphodon immer auf die wissenschaftliche Bezeichnung bestehen. Hier wird viel Schindluder getrieben)
Synonyme: Stiphodon percnopterygionus
   Herkunft: China
Guam
Japan
Micronesia
Palau
Ruyky Island
Taiwan

 

Beschreibung: Gleich vorweg: Diese Grundel eignet sich NICHT, um ein Aquarium von Algen frei zu halten, auch wenn gern bei manchen Händlern etwas anderes behauptet wird.
Diese sehr filigrane Grundel ist ein absolutes Farbwunder. Die Männchen haben ein Farbspektrum, das von zitronengelb bis mausgrau reicht. Dies allein macht diese Grundel zu einem attraktiven Aquarienbewohner. Man sollte aber vor der Anschaffung bedenken, daß sich die Tiere bis heute nicht im Aquarium nachziehen lassen und daß sie sehr empfindlich sind und eine besondere Haltung benötigen.
Das Sozialverhalten untereinander ist alles andere als freundlich. Ständig wird geschubst, gejagt, gedrängelt. Auch zwischen Männchen und Weibchen gibt es da keine Ausnahme. Ein Grund, diese Grundeln nicht mit sensiblen Fischen zu vergesellschaften. Solche werden leicht von dem ständigen Herumgeflitze gestört und unter Stress gesetzt.
Geschlechterunterscheidung
  Männchen Weibchen
Visuelle Unterschiede: Größe: 4 cm Größe: 4 cm
Die visuellen Unterschiede sind leicht erkennbar. Die Männchen besitzen eine dreieckige, 1. Rückenflosse, die je nach Stimmung rot oder schwarz ist. Die 2. Rückenflosse ist rot, der Kopf neonblau, der Körper je nach Stimmung gräulich, neonblau oder zitronengelb mit allen Schattierungen dazwischen.
Die Weibchen sind, wie bei allen Stiphodon-Arten, hellgrau mit dunklen Querstreifen.


Haltungsbedingungen
Wasserart: Süsswasser
Härte: weich bis hart
pH-Wert: neutral
Temperatur: 18 - 24° C

Mindestbeckengröße für 1 Gruppe

(mindestens 5 Tiere):

60 x 30 x 30 cm
Beckeneinrichtung:

Bodengrund Sand oder feiner Kies.

Boden mit flachen Steinplatten, höheren Steinen und kleineren Pflanzen strukturieren.

Höher wachsende Pflanzen mit großen Blättern und Wurzeln zum Aufsitzen.

Sehr kräftige Strömung. (Ich betreibe in einem 100cm-Becken eine 1000-Liter-Pumpe, deren Auslauf über die Seitenwand angebracht ist und so das Becken heftig durchwirbelt.)

Sauerstoffreiches Wasser.


 
Futter: Algenfresser! 
Die Tiere ernähren sich hauptsächlich von Kieselalgen und den darin enthaltenen Kleinstorganismen. Man sollte darauf achten, daß ihnen regelmässig Steine mit Kieselalgen angeboten werden, da sie diese offenbar zu einem gesunden Wachstum benötigen.
Zwischendurch kann man ihnen kleines Lebendfutter wie Artemia-Nauplien, Grindal, Zyklops u.ä. anbieten. Jedoch ist eine ausschliessliche Ernährung mit Lebendfutter bei diesen Grundeln kontraproduktiv. Als Zusatz für Algen eignen sich Kelp-Pellets und Brennesselsticks.
Um Steine mit Kieselalgen zu produzieren, legt man flache Steine in eine Glasschale und stellt diese ohne Filter oder sonstige Wasserbewegung an ein helles Fenster. Das Wasser wird mit einem Silikatgel (in der Apotheke erhältlich) versetzt. Sobald die Steine eine schöne, rote Schicht aufweisen, kann man diese ins Aquarium legen. Man sollte viele Steine vorhalten, denn so ein Stein ist in der Regel in 2 Stunden blitzblank geputzt.

Vergesellschaftung: Die Vergesellschaftung mit anderen, carnivoren Grundeln wie z.B. Syciopus jonklaasi / zosterophorum oder Schismatogobius ampluvinculus, funktioniert bei mir sehr gut. Alle genannten Grundelarten mögen eine sehr starke Strömung und werden in so einem Aquarium etwas friedlicher, was ihr Sozialverhalten angeht. Bei weniger Strömung werden die Unfreundlichkeiten untereinander weitaus heftiger.
Auch mit Flossensaugern lassen sich die Grundeln gut vergesellschaften, da auch hier die Ansprüche ähnlich sind.
Ebenfalls funktioniert das Zusammenleben mit Pseudomugil (furcatus oder gertrudae) der Arten, die gern eine gute Strömung haben.
Eine Vergesellschaftung mit anderen Stiphodon empfiehlt sich nach meiner Erfahrung nicht, da die Revierkämpfe untereinander dann sehr ausarten. Die doch recht kleinen S. percnopterygionus bleiben dabei häufig auf der Strecke.

Zucht: Die Zucht im Aquarium ist bisher noch nicht gelungen. Die Larven sind amphidrom, das heisst, sie werden in der Natur ins Meer verdriftet. Hinzu kommt, daß sie nach einer sehr kurzen Brutzeit (~24 h) vermutlich ohne Maul und Verdauungstrakt schlüpfen. Viel erforscht ist bisher noch nicht. Aber wir arbeiten daran.

 

 


© by ferraqua
All rights reserved