Brachionus plicatilis


Brachionus plicatilis BeckenBei den Brachionus plicatilis handelt es sich um eine Brackwasserart der Rädertierchen. Sie sind leicht zu züchten und so in großen Mengen verfügbar.

Das Bild zeigt ein Zuchtbecken in der Größe 30 x 20 x 20 cm.

Der Zuchtansatz erfolgt in Brackwasser bei einem Salzgehalt zwischen 15 und 34g/l. Ich halte meine zur Zeit einmal bei 24g/l und 15g/l.

Eine Heizung ist nicht notwendig. Hilfreich ist eine ganz leichte Durchlüftung mittels eines Sprudelsteins. Sie sollte so eingestellt sein, daß kaum Wasserbewegung entsteht.

Gefüttert werden die Brachionus bei mir mit  INVE Selco S. parkle. Dazu wird für ein 12Liter-Becken eine Menge von maximal 0,3 Gramm mit einem Milchaufschäumer angerührt und in das Becken gegeben. Nachgefüttert wird erst dann, wenn das Wasser wieder vollständig klar ist.
 
Entnommen werden die Brachionus je nach benötigter Größe mit einem Sieb mit einer Maschenstärke von 50 oder 35 µm (Ebenfalls bei Fischfutter & mehr erhältlich).


Brachionus plicatilis Weibchen Das Bild zeigt ein Weibchen der beschriebenen Rädertierchen.

Diese werden zwischen 150 und 340 µm groß.

Es ist vorteilhaft, sie in einem niedrigerem Salzgehalt zu ziehen, wenn man mit ihnen reine Süßwasserlarven füttern möchte. So ist die Schwankung bei der Fütterung nicht zu groß und die Rädertierchen überleben länger.



Brachionus plicatilis Männchen Das Bild zeigt ein Männchen der beschriebenen Rädertierchen.

Das Zuchtbecken sollte bei der Fütterung mit Selco S. parkle regelmässig alle zwei bis vier Wochen gesäubert werden, da sich eine Schicht des Futters am Boden ablagert. In dieser Schicht bilden sich Euplotes, die dem Ansatz sehr schaden können.

Ich löse den Belag mit einer handelsüblichen Rasierklinge zur Algenentfernung, warte, bis sich alles wieder auf dem Boden abgesetzt hat und sauge den Boden mit einem dünnen Schlauch in einen Eimer ab. Je nach Volumen des Ansatzes kann man den Eimer anschliessend eine Weile stehen lassen und dann vorsichtig durch ein 80 µm Sieb leeren.Auf diese Weise gehen bei der Säuberung weniger Brachionus verloren und die Euplotes werden bei dieser Siebstärke ausgespült.


Die Fütterung mit Brachionus:

Da ich den gleichen Fehler zu Beginn ebenfalls machte, möchte ich auf die Verfütterung der Rädertierchen etwas näher eingehen.

Rädertierchen haben, für sich gesehen, keinen ausreichenden Nährwert. Man muß sie füttern, bevor man sie als Futter verwenden kann. Dies ist allerdings bei ihnen sehr einfach. Eine Fütterung 20 Minuten vor der Verfütterung reicht aus, um die Rädertierchen "zu füllen".

Um bei Jungfischen eine optimale Ernährung zu erzielen, muß man die Rädertierchen anreichern. Inve S. parkle ist als Futter für niedere Lebewesen sehr gut, als Alleinfutter für Fischlarven aber nicht ausreichend. Wenn ich die Rädertierchen zur Aufzucht verwende, füttere ich mit einer Mischung aus Inve S. parkle +  Selco S.presso. Beide Produkte lassen sich sehr leicht verarbeiten und müssen sehr sparsam angewendet werden.
Bei einer Fütterung werden somit 0,2 Gramm Inve S. parkle + 0,1 Gramm Anreicherung (auf ein Volumen von 10-20 Liter) verfüttert.

Rädertierchen in Bewegung

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Hier noch ein kleines Video von der Nahrungsaufnahme der Rädertierchen

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Weiterführende Links: Die Bedeutung von Futteranreicherung