Artemia


artem2Artemia ist eine Gattung von Krebstieren aus der Familie der Artemiidae. Sie gehören zu den Kiemenfüßern. Sie leben normalerweise in salzhaltigen Binnengewässern und sind Filtrierer. Das bedeutet, sie filtern ihr Futter aus dem Wasser, was impliziert, daß sie sehr feines, schwebendes Futter benötigen wie z.B. Phytoplankton.
Im Handel werden die Dauereier der Artemia verkauft. Diese müssen trocken gelagert werden und können durch Einbringen in Salzwasser zum Schlupf gebracht werden.



Bei Artemia gibt es 2 verschiedene Arten von Futterzucht: die Erzeugung von Artemia-Nauplien zur Aufzucht von Jungfischen oder zur Ernährung von Kleinfischen und die Zucht ausgewachsener Artemia zur Verfütterung an erwachsene, größere Fische. Ersteres ist relativ einfach, zweiteres stellt manchen vor ernsthafte Herausforderungen.




Erzeugung von Artemia-Nauplien:
Zur Erzeugung von Artemia-Nauplien gibt es unterschiedliche Methoden. Entweder nimmt man flache Schalen, die vorzugsweise eine dunkle Kammer besitzen (wie z.B. die Hobby-Artemia-Schalen) oder belüftete Flaschen der Marke Eigenbau oder ebenfalls im Handel erhältliche (wie z.B. JBL Artemio).
Egal, welche Form man bevorzugt, bleibt die Vorgehensweise doch relativ gleich: Man setzt Salzwasser mit 32g/l (Spülmaschinensalz oder Siedesalz) an und streut die benötigte Menge der Artemia-Zysten (Dauereier) auf die Oberfläche. Bei den Flaschen verschliesst man diese dann und schliesst den Luftschlauch an, bei den Schalen deckt man die aufgestreuten Eier mit einer dunklen Platte ab und wartet.
Je nach Temperatur schlüpfen die Nauplien nach 24 - 30 Stunden. Je höher die Temperatur, desto schneller der Schlupf. Im Sommer, wenn ich in der Wohnung bis zu 38° C habe, schlüpfen sie bereits nach 16 - 18 Stunden.

Nun werden die Nauplien entnommen. Bei den Schalen hat man es reltiv leicht, die Nauplien streben zum Licht und man kann sie dort sauber entnehmen.

Bei den Flaschen dreht man die Luftzufuhr ab und wartet, bis sich die Nauplien absetzen. Beim Artemio-Set kann man dann einfach unten den Hahn aufdrehen und die Nauplien in ein Gefäß ablassen. Bei anderen Systemen geht man individuell vor. Es empfiehlt sich, das abgelassene Wasser noch einmal eine Weile (bevorzugt in einem Erlmeyerkolben oder Ähnlichem) stehen zu lassen und danach vorsichtig durch ein Artemiasieb zu schütten, damit die restlichen Schalen, die sich mit abgesetzt haben, im Gefäß zurück bleiben. Diese Schalen können, wenn sie von Fischen gefressen werden, zu Darmverschlüssen führen. Die meisten Fische fressen die aber bereits von sich aus nicht.

Die Schalen und Flaschen müssen danach gründlich gereinigt werden, um eine Entstehung von Bakterien im nächsten Ansatz zu vermeiden. Solche Bakterienpopulationen führen zu schlechten Schlupfraten. Ein adäquates Mittel, solche Entsteheung von Bakterien zu verhindern, ist, das Wasser mit INVE Sanocare ACE zu versetzen. Es verhindert die Bakterienbildung und die Schlupfrate wird sehr positiv beeinflusst.

Zucht von Artemia:

Artemia Zuchtkübel mit Selco S. parkleIch habe mich zu Beginn lange Zeit sehr schwer getan mit der Zucht von ausgewachsenen Artemien. Die Probleme waren vielfältig. Eines der größten war, das richtige Futter zu finden und Ammoniakbildung zu vermeiden. Ein weiteres war, den Behälter ab und zu zu reinigen, ohne daß gleich die gesamte Population starb. Aber so nach und nach fand ich des Rätsels Lösung.

Zunächst: Artemia vertragen absolut kein frisch angesetztes Salzwasser. Will man eine Zucht ansetzen, sollte das Salzwasser mindestens eine Woche vorher vorbereitet werden. Dazu setzt man ebenfalls Wasser mit 32g/l Wasser an und lässt es eine Woche in dem Behälter mit leichter Belüftung laufen, in dem man später auch die Artemia züchten möchte. Ich halte meine in einer 40 Liter Plastikwanne, die eigentlich einmal eine Ordnungsbox aus dem Baumarkt darstellte.

Ist das Wasser derart vorbereitet, kann man die Reste, die bei der Nauplienerzeugung entstehen, in diesen Behälter schütten. Dabei bleiben immer so viele Nauplien übrig, daß daraus eine hohe Population adulter Tiere gezogen werden kann.

Der Salzgehalt darf auch ruhig etwas höher werden. Allerdings produzieren die meisten Artemia-Arten ab 36g/l Dauereier, die sich dann auf dem Behälterboden sammeln. Das Ziel einer Zucht sollte aber sein, daß sich die adulten Tiere auch weiter vermehren. Deshalb ist es sinnvoller, den Salzgehalt zwischen 32 und 36 Gramm zu halten.

Gefüttert werden die Krebschen normalerweise mit Phytoplankton und diversen Futterangeboten aus dem Handel (z.B. Mikrozell). Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Phytoplankton die Population nicht wirklich vorwärts bringt, wenn es auch ein wertvolles Futter darstellt. Mit Mikrozell und ähnlichen Futtermitteln kam es immer wieder vor, daß zuviel Futter in den Behälter geriet und sich deshalb Ammoniak bildete und die Population komplett abstarb.

Irgendwann habe ich mal einen Rest des Brachionusfutters (INVE Selco S. parkle) in den Artemiabottich geschüttet. Am nächsten Tag war ich sehr erstaunt, weil mir auffiel, daß die Nauplien stark gewachsen waren. Daraufhin probierte ich gezielt aus, die Artemien mit Selco zu füttern. Das Ergebnis war erstaunlich. Auch wenn mal zuviel Futter in den Bottich geriet, hatte dies lediglich zur Folge, daß sich dieses als Bodenbelag absetze. Es gab keinerlei Probleme mehr mit Schadstoffen und die Artemien wuchsen rasant heran. Ich hatte nie vorher eine so hohe Dichte.

Natürlich wäre auch das alles zu schön, um wahr zu sein. Es gibt auch mit Selco Fehler, die man machen kann ;o) Wenn man über längere Zeit zuviel füttert, setzt sich ein sehr übelriechender Bodenbelag ab, in dem sich sehr viele Bakterien tummeln. Diese führen wiederum bei den Artemien zu Bewegungsproblemen, sie filtrieren nicht mehr richtig und sterben ab. Es gilt also,  darauf zu achten, daß man sparsam füttert. Ich füttere auch auf die 40 Liter maximal 0,3 Gramm und dosiere erst dann nach, wenn ich den Boden des Behälters wieder in allen Einzelheiten erkennen kann.
Ausserdem sauge ich alle vier bis 6 Wochen den Bodengrund ab und siebe das abgesaugte Wasser anschliessend vorsichtig durch mehrere Stufen, um die Artemien wieder zurück zu gewinnen. Das abgesaugte Wasser wird durch sauberes Salzwasser ersetzt. Zwischendurch wird mit Süsswasser das verdunstete Wasser aufgefüllt.

Auf diese Weise habe ich bei einem frischen Ansatz nach ca. 3 Wochen gutes Lebendfutter zur Verfügung. Ich kann steuern, wie dicht die Population sein soll, indem ich die entsprechende Menge Nauplien ansetze. Durch die Fütterung mit Selco ist die Sterberate der Nauplien relativ gering.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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