Neue Fische und Wasserhärte

 

Rhinogobius leavelli

Seit ich in ein Gebiet umgezogen bin, in dem ich relativ hartes Wasser aus der Leitung bekomme, muss ich daran denken, die Leute, die bei mir Nachzuchten erstehen, darauf hinzuweisen.

Warum? Was hat es denn mit der Wasserhärte auf sich?

Es gibt eine relativ einfache Formel:

  • Kommt ein Fisch aus weichem Wasser und wird in härteres eingesetzt, braucht es keine großartige Anpassung.
  • Kommt ein Fisch aus hartem Wasser und wird in weicheres Wasser eingesetzt, muß die Anpassung langsam stattfinden!

Beim Einsetzen von hartem in weiches Wasser kommt es zu Problemen bei der Osmoseregulation. Die Folge daraus ist, daß der Fisch sehr viel Wasser im Körperinneren speichert und irgendwann daran stirbt. Erste Anzeichen sind Apathie und ein "aufgequollenes Aussehen".

 

Um dies zu vermeiden, muß man das Wasser im Aquarium zunächst mit im Handel erhältlichen Aufhärtesalzen (bitte kein KH+ oder Meersalz!) wie z.B. Sera Mineral Salt auf die Härte des Ursprungswassers gebracht werden.

 

Dann beginnt man, die Härte langsam herunter zu bringen, indem man alle 2-3 Tage ca. 5% des Aquarieninhaltes durch Leitungswasser ersetzt. So hat der Organismus des Fisches ausreichend Zeit, sich an die geänderten Bedingungen anzupassen.

Zum Schluß noch etwas zur Osmoseregulation allgemein: bitte haltet keine Fische in hartem Wasser, die von Natur aus nicht dafür vorgesehen sind. Zumindest dann nicht, wenn die nicht schon seit Generationen durch Zucht in Leitungswasser daran angepasst sind.

Es ist durchaus möglich, durch Zucht Weichwasserfische an hartes Wasser zu gewöhnen. Aber Wildfänge gehören nicht da hinein, aus guten Gründen, wie im verlinkten Artikel der drta beschrieben.

Grundeln gehören zu den anpassungsfähigen Fischen, denen die Wasserhärte relativ egal ist. Das Wasser sollte allerdings auch nicht zu weich sein (nicht unter 6° dH). Was sie allerdings auch nicht vertragen, ist das zu schnelle Umstellen von hart auf weich.

Also, wenn jemand bei mir Nachzuchten ersteht: bitte daran denken, die Tiere langsam umzugewöhnen!

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