Brachionus rubens


Süsswasserbrachionus

Diese Brachionen sind ca. 200 µm lang und 100 µm im Durchmesser. Um sie aus einer Daphnienansammlung zu sieben, kann man mit dem kleinsten Artemiasieb von Hobby  arbeiten (180 µm), dort gehen sie noch gut durch. Ich fange sie dann mit einem 15µm-Sieb auf. Ein Sieb mit größererr Maschenweite (80 µm) ginge natürlich auch, habe ich aber nicht ;o) Der Ansatz erfolgt ebenfalls in Teichwasser oder Volvic, mit einigen Daphnien als Wirte. Gefüttert wird mit 10% Kondensmilch, 1 Tropfen pro Liter. Nachfüttern erst, wenn das Wasser wieder völlig klar ist.

Entnommen werden die Brachionen bei mir ebenfalls mit dem 15µm-Sieb. Das Wasser wieder zurück in den Ansatz schütten.



Nachdem ich vor einigen Tagen feststellen musste, daß im Ansatz so gut wie keine Brachionus mehr zu finden waren, habe ich mich noch etwas intensiver informiert. Dabei stellte sich heraus, daß es sich hier nicht, wie angenommen, um Brachionus calyciflorus handelt, sondern um Brachionus rubens.

Die Besonderheit ist, daß diese Brachionen kommensalisch auf Daphnien leben. Da ich die Ansätze natürlich vorher sauber gesiebt hatte und alle Daphnien entfernte, entzog ich damit wohl den Rädertierchen ihre Lebensgrundlage. Fataler Fehler.

Inzwischen habe ich neu getümpelt und diesmal die gesiebten Brachionus mit einigen Daphnien in einen Behälter gesetzt. Die armen Daphnien sehen sehr gesprenkelt aus, aber es scheint sie nicht zu beeinträchtigen. Dafür ist das Ansatzwasser immer noch hübsch rot von Brachionus und ein halber Liter Wasser gesiebt reicht, um alle drei Aufzuchtbecken zu füttern.

Hier ein Video von einer Fütterung unter dem Mikroskop mit  INVE Selco S. parkle. Interessant dabei: In einem Tropfen Ausgangswasser auf den Objektträger aufgebracht, wuseln die Brachionus einfach ziellos durch die Gegend. Gibt man einen Tropfen des Futters dazu, werden sie plötzlich völlig hektisch. Eine Minute später haben sie dann alle am Glas angedockt und filtern wie verrückt.

Das ist das Ergebnis davon:

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07.07.2010

Inzwischen zeigt sich, daß sich die Kultivierung der Süßwasserbrachionus als beinahe unmöglich erweist. Um ausreichende Mengen zu erhalten, habe ich mir eine Regentonne auf den Balkon gestellt. Diese sollte den Daphnien ausreichenden Platz bieten, da sie sonst, in größeren Mengen gehalten, schnell absterben. Bei zu kleinen Mengen Daphnien ergeben sich zu wenig Brachionus.

Es zeigt sich, daß die Population der Brachionus bei sonnigem, einigermaßen warmen Wetter ganz gut läuft. Aber sobald es etwas kühler wird oder der Himmel bedeckt ist, bekommt man beim Sieben nur sehr magere Ergebnisse. Sie scheinen sich in die Tiefe zu verziehen, wo kein Herankommen mehr ist. Auch mit Futterlösung kann man sie dann nicht an die Oberfläche locken. Diese Probleme haben mich zu dem Ergebnis geführt, daß sie als ständige Futterquelle für die spezialisierten Larven nicht besonders brauchbar sind.

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